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Gesundheits-Nachrichten im September 2008 A.Vogel

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Wenn die Arbeit keinen Spass (mehr) macht

In der Arbeitswelt steigt die Zahl derer, die innerlich gekündigt haben, stetig. Die emotionale Distanz zur eigenen Berufstätigkeit hat auch negative Folgen für die Gesundheit, der Stress nimmt zu. Wie kann man dem Verlust an Arbeitsmotivation selbst entgegenwirken?

 
Roland Fischer (Name geändert) hat einen grossen Wunsch: Seine Pensionierung möge bald kommen. Vor zehn Jahren hatte der heute 53-jährige Betreuer in einer Behindertenwerkstatt noch ganz andere Ambitionen, er wollte sich im Betrieb beruflich weiterentwickeln.

Falls irgend möglich, wollte er eine Kaderstellung erreichen. Doch sein Aufstieg stoppte ziemlich weit unten auf der Karriereleiter. Sein Wunsch nach berufsbegleitenden Zusatzausbildungen wurde von der Werkstattleitung immer wieder auf die lange Bank geschoben.

«Stattdessen schickte man mich in Kommunikationskurse. Die brachten mir rein gar nichts», erzählt er frustriert. Achtzig Prozent des Vorgetragenen habe er in anderen Weiterbildungen schon x-mal gehört. Verbittert erzählt er, an den jährlichen Mitarbeitergesprächen bekomme er ungerechtfertige Vorwürfe zu hören. «Wäre ich noch jünger, würde ich mir eine neue Stelle suchen.» Fischer musste öfter erleben, wie ihm bei den Beförderungen jüngere Kolleginnen und Kollegen vorgezogen wurden. «Für die Geschäftsleitung ist alles, was neu ist, top. Jeder neue Mitarbeiter, der sich gut verkaufen kann, wird gehätschelt, die langjährigen Angestellten bekommen kaum je Anerkennung», klagt er. Sarkastisch fügt er an, neue Besen würden halt besonders gut kehren.

Mittlerweile hat Fischer resigniert und erwartet von seinem Arbeitgeber kaum mehr Chancen. An Besprechungen meldet er sich höchst selten zu Wort und bringt keine Verbesserungsvorschläge ein. «Sie werden doch nur schubladisiert», meint er schulterzuckend. Er hat innerlich gekündigt.

Ungeschriebener Arbeitsvertrag
Wie Arbeitspsychologen wissen, gehen Stellenbewerber und Firmen neben dem juristischen auch einen so genannten psychologischen Arbeitsvertrag ein. Dieser wird kaum je ausdrücklich besprochen, sondern besteht vor allem aus gegenseitigen Erwartungen. Die Leitung eines Unternehmens oder einer öffentlichen Verwaltung geht bei dieser informellen Übereinkunft davon aus, dass die Mitarbeitenden ihre Tätigkeit nach bestem Wissen und Gewissen ausführen und sich loyal verhalten. Sie engagieren sich an ihrem Arbeitsplatz für die Erreichung der Firmenziele. Im Gegenzug darf das Personal einen korrekten Umgangston, keine unzumutbaren Arbeitsbelastungen sowie berufliche Förderung erwarten.

Verstossen die Vorgesetzten immer wieder gegen diese Spielregeln, so fühlen sich manche Arbeitnehmenden ihrerseits nicht mehr zur Einhaltung dieses stillschweigend geschlossenen Vertrages verpflichtet, es kommt zur inneren Kündigung. (...)


Lesen Sie den ganzen Artikel in der Printausgabe der «A.Vogel Gesundheits-Nachrichten», Ausgabe 9/2008.
 

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