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Ausschlag bei Erkältungen – woher kommt das?

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Schniefen, Husten, Heiserkeit und dann noch das: quälender Juckreiz! Es ist gar nicht so selten, dass im Gefolge einer Erkältung respektive eines grippalen Infekts auch die Haut „wehklagt“. In vielen Fällen handelt es sich dabei um eine akute Nesselsucht (Urtikaria).

Bild: Fotolia / Jürgen Fälchle

Man fühlt sich ohnehin schon reichlich lädiert von einer Erkältung und plötzlich treten stark juckende Quaddeln auf. Haut, Lippen und mitunter auch der Genitalbereich sind von tiefen Schwellungen (Angiödemen) betroffen. Mit grosser Wahrscheinlichkeit handelt es sich dabei um eine Urtikaria, vom lateinischen Wort für Brennessel (Urtica). Ein viraler oder (seltener) ein bakterieller Infekt ist häufig der Auslöser. Bis zu 20 Prozent der Bevölkerung jedweder Altersgruppe sind von Urtikaria, einer der häufigsten Hauterkrankungen, betroffen.

Zurückzuführen ist die Nesselsucht und der damit einhergehende Juckreiz in der Regel auf das Hormon Histamin. Tritt sie im Zusammenhang mit einer Infektion auf, so steckt eine komplexe Reaktionskette des körpereigenen Immunsystems dahinter. Im Zuge der Immunabwehr aktiviert der Körper Mastzellen. Diese finden sich gehäuft in der Haut und den Schleimhäuten und sind dort für eine erste Abwehr von Bakterien und Parasiten verantwortlich. Ausserdem schütten sie Botenstoffe aus, um weitere „Mitstreiter“ des Immunsystems, z.B. T-Lymphozyten, zu aktivieren.

Damit die Krankheitserreger optimal bekämpft werden können, ist eine gute Durchblutung wichtig – dafür schütten die Mastzellen Histamin aus. Das Hormon verbindet sich mit zugehörigen Rezeptoren der Gefässzellen, was diese anregt, sich zu weiten. Dieser Vorgang erhöht zugleich die Durchlässigkeit der Gefässwände. Dadurch kann sich Flüssigkeit im umliegenden Gewebe einlagern – so entstehen Quaddeln.
Das Histamin dockt ebenfalls an Rezeptoren der Nervenzellen an und löst damit einen dauerhaften Reiz aus – im Gehirn als Jucken interpretiert.

Eine akute Urtikaria plagt einen meist nur wenige Tage und verschwindet, sobald der grippale Infekt abgeklungen ist. Ärzte raten zur Einnahme von Antihistaminika (Antiallergika), um das Auftreten von Quaddeln und den Juckreiz zu unterdrücken.

Doch auch auf natürlichem Weg lässt sich eine akute Nesselsucht gut behandeln. Homöopathisch hilft z.B. Cardiospermum (Herzsame), äusserlich als Salbe, üblicherweise in den Potenzen D2 – D4. Gegen Rötung und Entzündung der Haut kann man Schüssler-Salz Nr. 3, gegen Bläschenbildung Schüssler-Salz Nr. 8 einsetzen. Bei starkem Juckreiz wirkt auch Schüssler-Salz Nr. 7 sehr gut.

Empfehlenswert ist eine Darmreinigung mit Hilfe von nützlichen Bakterien, sogenannten Probiotika. Sie normalisieren die Darmschleimhaut. Pflanzliche Mittel wie Mariendistel wirken entgiftend und entlasten die Ausscheidungsorgane Leber, Niere und Darm.

Ein schnelles Hausmittel, um Hautjucken durch Nesselsucht zu stillen, sind kalte Umschläge. Auch Essigeinreibungen und Quarkwickel wirken kühlend und lindern den Juckreiz vorübergehend.

Quellen: appenzellerzeitung.ch, www.erkaeltet.info/erkaeltung/symptome/juckreiz


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