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Fibromyalgie: Viele Hintergründe

Die Individualität der Krankheit Fibromyalgie

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Aus ganzheitsmedizinischer Sicht erkennen wir eine Reihe verschiedener Ursachen, die zur Entstehung der Fibromyalgie führen können.

 

  • Lebensmittelallergie Typ 3: Bilden sich beim Kontakt mit einem Allergen Immunkomplexe von Antikörpern und Antigenen, sprechen Mediziner von einer Allergie vom Typ 3. Entstehen solche Immunkomplexe in der Auseinandersetzung des Immunsystems z.B. mit einem Nahrungsmittel, wie bei einem bakteriellen oder viralen Eindringling, kann dies zu einer Entzündungsreaktion führen. Die Folge ist oft eine chronische Entzündung und eine Schädigung an der Darmschleimhaut. Es entsteht, was wir als «leaky gut syndrome» bezeichnen, als  Leck-Syndrom des Darmes. Dabei, so nehmen wir an, wird die Darmschleimhaut durchlässiger und Fremdstoffe, wie z.B. Bakterien- oder Nahrungstoxine, können aus dem Darm in den Körper eindringen und dort Beschwerden auslösen. Das Nahrungsmittelallergen Nr. 1 ist Gluten, das Klebeeiweiss des Getreides.
  • Schwermetallbelastungen entstehen vor allem durch Quecksilber, Blei oder Kadmium, die hoch toxische Wirkungen auf den Organismus ausüben und dadurch die Leistungsbereitschaft des Immunsystems negativ beeinflussen.
  • Übersäuerung des Körpers als Folge von Fehlernährung: Zu viel Fast Food, zu hoher Anteil an Kohlenhydraten, v. a. Zucker, Stress, Mangel an basischer Gegenregulation oder Schädigung der Darmflora durch unzureichende Versorgung mit rechtsdrehenden milchsäureproduzierenden Bakterien.
  • Virale und bakterielle Belastungen, u.a. durch den Epstein-Barr-Virus (ein Herpes-Virus, das u.a. das Pfeiffersche Drüsenfieber auslöst, d. Red.), Coxsackie-Viren und Yersinien (Bakterien, die u. a. Darmentzündungen hervorrufen können, d. Red.)
  • Dysbalancen im Fettsäurestoffwechsel, z.B. unzureichende Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren (bei reduziertem Verzehr von Lein- und Hanföl sowie Fisch, v.a. Lachs, Makrele, Hering) und damit mangelnder Einfluss des Organismus auf Entzündungsvorgänge.
  • Vitamin-D-Mangel und damit die Gefahr einer nicht intakten Immunfunktion, einschliesslich eines ordnungsgemässen Zellwachstums mit guter Zellausreifung.
  • Vitalstoffmängel, vor allem an Vitamin B3, B6, B12, Zink, Selen oder Q10 (auch Ubichinon, ein Coenzym, das an der Erzeugung der Körperenergie beteiligt ist, d. Red.)
  • Insulinresistenz, die nicht nur zu Diabetes Typ 2 führt, sondern zu einer Mitochondriopathie, d.h. einer verminderten zellulären Energieleistung
  • Eingeschränkte Regulationsfähigkeit infolge chronischem Stress, Angst, Mangel an Selbstwertgefühlen etc.
  • Nebennierenschwäche infolge Dauerstressbelastung mit der Folge von Stressintoleranz, Erschöpfung und chronischen Schmerzen.
  • Mangel an Entgiftungsleistung: Bei wachsender Belastung durch Umweltgifte und andere Toxine muss unsere zentrale Stoffwechseldrehscheibe, die Leber, Enormes leisten: Sie bearbeitet täglich 2300 Liter Blut in etwa 500 Funktionen.
  • Mangel an Bewegung: Unser grösster Energielieferant sind unsere 640 Muskeln. Vermeiden wir körperliche Herausforderungen, rufen wir ihre Funktionen nicht täglich ab, reduzieren wir fahrlässig die zelluläre Energiebereitschaft. Daher: Dreimal pro Woche 45 Minuten Ausdauertraining und zweimal pro Woche die muskuläre Kraft in der Dehnung aktivieren.

 

Die Individualität der Krankheit

Jeder Mensch hält, entsprechend seiner individuellen Konstitution, den Belastungen des Lebens in sehr unterschiedlicher Weise stand. Jeder Mensch hat «seine» Krankheit. Verschiedenartige Ursachen können zu dem gleichen klinischen Bild «Fibromyalgie» führen. Daraus ergibt sich, wie bei anderen Krankheiten auch, ein individuelles therapeutisches Konzept.

 

Hauptursache Stress?

Klinische Untersuchungen legen den Schluss nahe, dass hinter 50 bis 75 Prozent aller Arztbesuche vor allem Stress steht. Meiner Ansicht nach stellt dieser in Bezug auf die Sterblichkeit einen noch grösseren Risikofaktor dar als das Rauchen. Daneben zielt von den Medikamenten, die in den westlichen Ländern am häufigsten eingesetzt werden, die Mehrzahl auf die Behandlung von Störungen ab, die in unmittelbarem Zusammenhang mit Stress stehen: Antidepressiva, Beruhigungs- und Schlafmittel, Medikamente gegen Sodbrennen und Magengeschwüre, Mittel gegen zu hohen Blutdruck und zu hohe Cholesterinwerte.

 

Autorin: Dr. med. Petra Wiechel (11.12)

 

Weitere Informationen:



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