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Fibromyalgie und Nervensystem: Medizin der Emotionen

Die Individualität der Krankheit Fibromyalgie

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Aus ganzheitsmedizinischer Sicht erkennen wir eine Reihe verschiedener Ursachen, die zur Entstehung der Fibromyalgie führen können.

 

Bild: Panthermedia

Stress gilt als eine der Hauptursachen für Fibromyalgie


Was aber geschieht wirklich in uns, wenn wir die Balance verlieren und in unserem Leben der Stress dominant ist ? Ohne Gefühle habe das Leben keinen Sinn, schreibt David Servan-Schreiber (französischer Mediziner, Psychiater und Autor, 1961-2011) in seinem Buch «Die Neue Medizin der Emotionen». «Was gibt denn unserer Existenz die Würze, wenn nicht die Liebe, die Schönheit, die Gerechtigkeit, die Wahrheit, die Würde, die Ehre und die Befriedigung, die sie uns schenken ? Diese Gefühle sind unser Lebenskompass, sie bestimmen jeden unserer Schritte, weisen uns die Richtung, wohin wir gehen.»

Entfernen wir uns von diesen Gefühlen, werden wir dieser beraubt, verlieren wir die wichtigsten Orientierungspunkte in unserem Leben.

 

Unsere Gefühle – unser Körper

Das Limbische System, unser «Gefühlsgehirn», kontrolliert die Gefühle und die Körperphysiologie, das Zusammenwirken aller Lebensvorgänge. Gekoppelt ist das Limbische System an unser vegetatives Nervensystem, bestehend aus den zwei grossen Gegenspielern Sympathicus und Parasympathicus .

Diese vegetative Nervensystem steuert sich autonom und, unbewusst – immer in der notwendigen Anpassung an die tägliche Anforderungen.

Der Teil, der es uns ermöglicht, Kraft und Leistung zu bringen, ist der Sympathikus. Er macht es möglich, der Kraft unseres Körpers zu vertrauen, bei Gefahr alle Energiereserven zu mobilisieren, Gefahren hochkonzentriert zu erkennen und sekundenschnell zu handeln. Sind wir «in Alarmbereitschaft» müssen kompensatorisch andere Mechanismen herunterreguliert werden: Libido, Verdauung, Nierentätigkeit, die Abwehrbereitschaft des Immunsystems.

Der Parasympathicus sorgt dagegen für Regeneration und Entspannung.

Stress sorgt für Ungleichgewicht

Von Stress sprechen wir in Situationen, die von einem Individuum positiv herausfordernd, neu und erfolgversprechend erlebt werden (Eustress) oder negativ mehrdeutig, unvorhersehbar und unkontrollierbar (Dystress). Eine unerfüllte Beziehung, Mobbing am Arbeitsplatz, Zeit- und Leistungsdruck, finanzielle Sorgen – um nur einige Faktoren zu nennen – bedeuten Stress, Kampf auf einer anderen Ebene.

Gnadenlos ist der Sympathicus in Alarmbereitschaft.  Das Ungleichgewicht zwischen Sympathicus und Parasympathicus beginnt, mit der Folge, dass Regeneration nicht mehr stattfindet und unser System sich diesem hohen Belastungsniveau anpasst. Das hat Konsequenzen: Bluthochdruck, Erschöpfung, Depression, chronische Schmerzen.

Fibromyalgie und Nervensystem

Bei einer Untersuchung des vegetativen Nervensystems werden solche Dysbalancen deutlich. Der Körper kann sich in Ruhe nicht mehr entspannen und damit nicht mehr ausreichend regenerieren. Daueranspannung der Skelettmuskulatur führt zu einer Mikrozirkulationsstörung und damit zu unzureichenden Sauerstoffversorgung. Der Körper hat keine ausreichende Regulationsfähigkeit mehr. Das Signal Schmerz wird aktiviert, das System übersäuert.

Fibromyalgie kann auch Ausdruck eines Hypocortisonismus sein, einer Nebennierenschwäche. Passen sich die Nebennieren an Dauerstress an und wird die  Hormonproduktion dauerhaft aktiviert, kann dies zu einem Mangel an Stresshormonen führen, vor allem an Cortisol und Adrenalin.

Bei Eustress, dem «guten» Stress wird überwiegend Adrenalin und Noradrenalin produziert, bei Dystress Cortisol. Die normale Funktion der sogenannten Cortisol-Achse ist essenziell für die Anpassung des menschlichen Organismus an Stresssituationen. Menschen mit einer geringeren Selbstsicherheit und Tendenz zu Depressivität zeigen eine Daueraktivierung dieser Cortisol-Achse mit der Folge zunehmenden Erschöpfung der Hormonproduktion. Schon eine kleine Entzündung wird zur grossen, da dem Körper die notwendige Kompensationsmöglichkeit fehlt.


Mein Fazit: Die Behandlung einer Erkrankung wie Fibromyalgie setzt ganzheitliches Denken und Handeln voraus.

 

Autorin: Dr. med. Petra Wiechel (11.12)

 

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