Home / Ihre Gesundheit / Gesundheitsthemen / Fieber als Alarmglocke - und als Heilfaktor

Fieber als Alarmglocke

und als Heilfaktor

1

Den erhöhten Verbrennungsprozess unterstützen: “Wenn alle Menschen wüssten, dass Fieber eine Alarmglocke der Natur ist, dann würden sie solches wohl kaum zu bekämpfen suchen, wie dies heute vielfach geschieht“, erklärte Alfred Vogel schon vor vielen Jahrzehnten in seinem weltweit gelesenen Standardwerk „Der kleine Doktor“.

Sollte man Fieber behandeln und zur Not medikamentös senken. Oder besser nicht?

Bild: Fotolia


Seine Erfahrungen als Naturarzt zeigten ihm, dass das Fieber eine ganz bedeutende Funktion hat als Abwehrfaktor des Organismus gegen schädigende Eindringlinge. Und er fährt fort: „Statt nun die Natur walten zu lassen, ja sie im Gegenteil in ihrer Wirksamkeit zu unterstützen, unterdrücken die Menschen meist in völlig verkehrter Angst das, was die Natur als Hilfe geschaffen hat. Nur zu rasch greift man zu chemischen Mitteln, um das Fieber, wenn es sich zeigt, so rasch wie möglich unwirksam zu machen.“

Dass das Fieber Heilwerte in sich birgt, wusste man schon im Altertum. „Gebt mir die Macht, Fieber zu erzeugen, und ich heile jede Krankheit!“ Dieser Ausspruch wird von Historikern dem berühmten griechischen Arzt und Philosophen Parmenides (ca. 520/515 bis 460/455 v. Chr.) zugeschrieben. Er mag zwar aus heutiger Sicht etwas übertrieben erscheinen. Doch wieviele solcher knapp formulierter Erkenntnisse überdauern sie die Geschichte, weil in ihnen eine tiefgreifende Wahrheit steckt.

Quelle: Die A.Vogel Winterfibel , S.41-43

Darm, Niere und Haut als „Abzüge“ freihalten

Alfred Vogel fand dazu einen passenden Vergleich: „Wir wissen alle, dass ein Ofen gut funktioniert, sobald die Abzugsmöglichkeit in Ordnung ist. Ist die Zufuhr der Luft gut, dann können wir die Hitze steigern, soviel wir wollen, ohne dass der Ofen dadurch Schaden leiden wird. Ist er aber verstopft, so dass der Abzug nicht stimmt, dann kann eine Gluthitze entstehen, die eine Überhitzung erzeugt, wodurch schwerwiegende Defekte einzutreten vermögen.

Übertragen wir nun dieses Bild auf unsere Körperfunktionen, dann wissen wir auch, wie wir uns gegen das Fieber zu verhalten haben, denn das Fieber ist weiter nichts als ein erhöhter Verbrennungsprozess. Auch beim Fieber müssen wir dafür sorgen, dass die Züge frei gemacht werden, dass nichts staut und stagniert.“

Solche „Abzüge“ sind Darm, Niere und Haut. Darum sind harntreibende Mittel, wie beispielsweise aus Goldrute (Solidago) oder auch aus Zinnkraut, von grosser Bedeutung. Wer selber eine Mischung zubereiten möchte, der mache einen Tee aus Petersilie, Zwiebeln und Wacholder. Schwach harntreibend wirkt auch der Hagebuttenkernlitee.

Die Naturheilkunde hat sich die Erkenntnis zunutze gemacht, dass der Körper durch Fieber, also durch eine selbständige Überwärmung, imstande ist, gefährliche Krankheitserreger zu vernichten – und dass Fieber ausserdem Schlacken und Gifte auflösen und rascher abführen kann. Darum hat man die sogenannte Überwärmung (Hyperthermie) entwickelt, um Fieber zu imitieren, einerseits durch Wärmezufuhr von aussen (etwa: heisse Umschläge, Heissluft oder infrarote Strahlen), andererseits durch die Wirkung bestimmter Heilpflanzen.

Fieber bewusst erzeugen

Angeregt durch den „Wasserdoktor“ Sebastian Kneipp, entwickelte die Österreicherin Maria Schlenz (1881 – 1946) das „Schlenzbad“. Es ist ein heisses Vollbad, bei dem nur noch das Gesicht herausschaut. Es darf nur nach naturärztlicher Verordnung und unter Kontrolle eines Helfers genommen werden. Es ist nämlich kreislaufbelastend, weil dabei künstlich Fieber erzeugt wird.

Das Schlenzbad beginnt mit einer Wassertemperatur von 37°C. Nach einigen Minuten Angewöhnung an diese Wärme lässt man noch etwas heisses Wasser hinzulaufen, bis das Badethermometer 38°C zeigt. Diese Temperatur soll nun für eine ganze Stunde gehalten werden. Bei weiteren Bädern kann man allmählich bis auf 40°C steigern.

Nun hält der Patient während des Bades von Zeit zu Zeit einen Fieberthermometer in den Mund. Dabei kann er sich überzeugen, um wieviel er durch das Schlenzbad „überwärmt“ worden ist. Die erzeugte Temperatur liegt in der Regel immer ein Grad unter der Temperatur des Wassers. Die Badewanne soll möglichst gross sein, da praktisch nur das Gesicht aus dem Wasser ragt. Deshalb ist auch eine Kopfstütze von Vorteil. Unterstützt werden kann das Schlenzbad mit Auszügen aus Heublumen, Birkenblättern, Zinnkraut oder Haferstroh. Nach dem Bad hüllt man sich fest ein in wollene Tücher und schwitzt im Bett noch eine Stunde weiter. Die Überwärmung lindert und unterstützt den heilenden Prozess auch bei Rheuma, Muskel- und Gelenkerkrankungen, Stoffwechselstörungen, Bronchitis und Nervenentzündungen.

Versuchen wir also, Fieber nicht als etwas Negatives zu betrachten, sondern uns mit dem damit verbundenen Reinigungs- und Heilprozess anzufreunden. Denn Fieber ist ein Naturgesetz, dessen wundersamen Vorgang wir, statt ihn mit unterdrückenden Massnahmen zu bekämpfen, unterstützen müssen. Oder, wie Alfred Vogel es ausdrückt: „Wenn wir die Naturgesetze richtig belauschen und sie dementsprechend auch befolgen, dann haben wir einen guten Wegweiser in kranken Tagen. Unterdrücken wir aber die von der Natur gegebenen Hilfsmittel, dann wird sich die Natur auch entsprechend rächen, und statt einer Heilung haben wir neue Schädigungen zu verzeichnen.“

Folge uns auf Facebook

0 Artikel im Warenkorb