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Johanniskraut erhöht die Lichtempflindlichkeit nicht

Ein Dauerbrenner ist das regelmässig kursierende Gerücht, dass Johanniskraut-Präparate ein hohes Photosensibilisierungspotenzial besitzen, also eine erhöhte Licht- bzw. Sonnenempfindlichkeit der Haut hervorrufen und demzufolge im Sommer abgesetzt werden sollten.

Diese Behauptung lässt sich nach aktueller Datenlage nicht aufrechterhalten. Dies bestätigt erneut eine Studie, in der ein hochdosierter Hypericum-Extrakt getestet wurde. Die Lichtempfindlichkeit der Probanden änderte sich nach zweiwöchiger Einnahme nicht.

Die Warnungen vor der Photosensibilisierungsgefahr durch Johanniskraut beruhen darauf, dass bei Weidetieren mit heller Haut, die viel Johanniskraut gefressen hatten, Hautausschläge und Bläschenbildungen beobachtet wurden. Beim Menschen treten solche Effekte, wenn überhaupt, erst nach einer drastischen Überdosierung mit Johanniskraut-Präparaten auf. Bei wiederholter Gabe sehr hoher Hypericum-Extrakt-Konzentrationen oder reinen Hypericins, wie sie beispielsweise in der antiviralen Behandlung von HIV-Patienten zum Einsatz kommen, könnte mit einer erhöhten Lichtempfindlichkeit der Haut zu rechnen sein. Dieser spezielle Anwendungsbereich erfordert allerdings ein Mehrfaches der für Johanniskraut-Präparate zugelassenen Tagesdosis.

Die für die antidepressive Behandlung therapierelevanten Dosierungen sind hingegen in aller Regel viel zu gering, um eine phototoxische Reaktion hervorrufen zu können. Auch wenn Johanniskraut äusserlich, zum Beispiel als Öl, angewendet wird, tritt eine erhöhte Lichtempfindlichkeit nur sehr selten auf. Im Gegenteil, Johanniskrautöl hilft bei der Nachbehandlung von Sonnenbrand und wirkt beruhigend auf die Haut.

Im Übrigen gibt es eine ganze Reihe synthetischer Arzneimittel mit photosensibilisierenden Eigenschaften. Dazu gehören u.a. entwässernde Mittel, Arzneistoffe zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen, nicht-steroidale Entzündungshemmer und zahlreiche Antidepressiva.


(Quelle: JournalMED/CR, A.Vogel Gesundheits-Nachrichten, Ausgabe 9/2011)

 

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