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Vorwort zum Buch "A.Vogel – Aktiv gegen Rheuma"

Von Dr. med. Otto Knüsel, Chefarzt Klinik für Rheumatologie und Rehabilitation des Bewegungsapparates, Valens (CH)

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Rheumatische Erkrankungen sind sehr häufig und betreffen die ganze Lebensspannbreite des Menschen. So können bereits Säuglinge unter einer entzündlichen Form der Rheumatoiden Arthritis leiden (Stillsyndrom, juvenile chronische Arthritis) und auch im späteren Alter können akute rheumatische Leiden schubförmig auftreten und Rückfälle provozieren. Es ist deshalb sehr wichtig, dass man sich mit diesen Krankheiten befasst, einerseits um zur richtigen Zeit die richtige Abklärung und Behandlung zu veranlassen, anderseits um sich auch die notwendige Information zu holen, wie man sich selber verhalten kann.


Viele rheumatische Erkrankungen können die Patienten selbst durch gewisse Massnahmen günstig beeinflussen. Durch eine gute Information kann auch die Motivation des Patienten gesteigert werden, wobei heute sehr viele Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen, die rheumatische Erkrankungen günstig beeinflussen können. So haben gerade die so genannten degenerativen rheumatischen Krankheiten, die durch Abnützungserscheinungen entstandenen Gelenk- und Wirbelsäulenleiden, ein gutes Ansprechen auf die Behandlungsmöglichkeiten der Komplementärmedizin. Dazu gehört auch die konsequent durchgeführte Bewegungstherapie und wenn nötig Ergotherapie, welche  die Belastungen dieser Strukturen günstig beeinflussen können. Gerade die Eigeninitiative ist bei diesen Patienten sehr wichtig, indem sie regelmässig ihr Heimprogramm durchführen, eine körperliche sinnvolle Belastung regelmässig in ihrem Tagesprogramm haben und die medikamentösen Behandlungen wirklich entsprechend den Vorgaben durchführen.


Es gibt gewisse entzündlich rheumatische Erkrankungen, die eine intensive Zusammenarbeit zwischen Arzt und Patient benötigen. Dazu gehören die Rheu-matoide Arthritis, die entzündlichen Wirbelsäulenerkrankungen wie z.B. der Morbus Bechterew, aber auch die Kollagenosen. Diese Krankheiten können subjektiv wenig Beschwerden machen, zeigen aber bereits im Blut deutliche entzündliche Veränderungen, die dann als Vorzeichen auch für entsprechende Krankheitszeichen gewertet werden müssen. Solche Krankheiten benötigen eine regelmässige ärztliche Kontrolle sowie eine regelmässige medikamentöse Therapie, die auch mit gewissen Nebenwirkungen behaftet sein kann. Es gibt kein Medikament, das nicht auch Nebenwirkungen hat. Das gilt auch für die Phytotherapie, die ja den Ursprung sämtlicher medikamentöser Therapien darstellt, indem es Jahrhunderte und Jahrtausende lang nur die Phytotherapie als medikamentöse Therapie gab. Daraus ist auch die Entwicklung synthetisch hergestellter Medikamente entstanden, wie wir sie heute kennen.


Persönlich halte ich es mit dem Spruch: «Der Mensch ist so alt wie seine Gelenke». Bewegungsarmut bedeutet eine Unterernährung des Knorpels und kann zu früher Arthrose führen. Muskeln, Bänder und Sehnen verkümmern, wenn sie nur selten eingesetzt werden. Die Muskelmasse, aber auch die Funktion der Muskeln nehmen ab. Die Bewegungsarmut provoziert Übergewicht. Damit kommt es zu einer erheblichen Einschränkung im täglichen Leben, aber auch im sozialen Mit-einander. Dazu kommen verschiedene internistische Krankheiten, bei denen das Übergewicht eine grosse Rolle spielt wie Diabetes mellitus Typ II und arterielle Hypertonie.


In diesem Sinne kann der Patient auch sein persönlicher Arzt sein, indem er diesen Ratschlag der regelmässigen Bewegung ernst nimmt.


Dr. med. Otto Knüsel


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