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Besenreiser:
Jede(r) zweite hat sie

Netzartig und bläulich durch die Haut schimmernden Blutgefässe an Schenkeln, Knien oder Knöcheln

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Die besonders auf winterblasser Haut ziemlich störenden Gefässerweiterungen können aber auch Anzeichen einer Venenerkrankung sein, denn Besenreiser sind die kleinste und feinste Form von Krampfadern.

Sie tauchen plötzlich auf: bei Hormon-Schwankungen, zum Beispiel in der Pubertät, während der Schwangerschaft oder nach dem Absetzen der Pille. Aber auch Übergewicht, Sonne, heisse Bäder, übereinandergeschlagene Beine oder langes Stehen können sie fördern. Häufig stellen Besenreiser nur ein kosmetisches Problem dar und machen keine Beschwerden. Genauso häufig weisen sie jedoch auf eine Bindegewebsschwäche oder veränderte Druckverhältnisse in den Beinvenen hin. Hinter letzterem können sich Venenerkrankungenverbergen, die man keinesfalls auf die leichte Schulter nehmen sollte.

Ausgeklügeltes Venensystem

Die Venen gehören zum «Niederdrucksystem» – im Gegensatz zu den Arterien, in denen ein wesentlich höherer Druck herrscht – und sind muskelschwache Gefässe. Ihre Aufgabe besteht im Wesentlichen darin, «verbrauchtes», schlackenhaltiges und sauerstoffarmes Blut wieder zum Herzen zurückzuführen. Nachdem es in den Lungen wieder mit Sauerstoff angereichert wurde, gelangt es über die Arterien erneut bis in die entlegensten Winkel des Körpers. Arterien und Venen bilden so ein geschlossenes System. Das Herz muss mit seiner Pumpleistung die Schwerkraft überwinden, um das Blut in Bewegung halten. Daher sind Venenprobleme am ehesten in den Beinen zu finden.

Da Venen das Blut nicht mit Hilfe der Muskeln antreiben können, enthalten sie in ihrem Inneren im Abstand von je etwa acht Zentimetern so genannte Venenklappen, die ein Rückströmen des Blutes in der Vene verhindern. Bei zu starken und langandauernden Überbelastungen, können sowohl die Venen als auch ihre Klappen die Spannkraft verlieren und ihrer Aufgabe nicht mehr gerecht werden. Das Blut «pendelt» so immer wieder zurück und kann nur noch teilweise oder mit Hilfe von Kompressionsstrümpfen wieder gesammelt werden. Diverse Störungen oder Erkrankungen, wie z.B. durch Blutgerinnsel, die eine Thrombose verursachen, tragen zusätzlich zu Stauungen im Venensystem bei.

Sehr wichtig: Vorbeugung und Kontrolle

Es gibt von aussen nicht sichtbare, tiefliegende und oberflächliche Venen, die wie ein grosses Netzwerk die Beine durchziehen, wobei die tiefergelegenen Venen die eigentliche Hauptarbeit erledigen. Die oberflächlichen Venen können nur einen Bruchteil der gesamten Rückflusskapazität alleine bewerkstelligen. Selbst durch operative Eingriffe beim oberflächlichen Venensystem ist das tiefe Venengeflecht in der Lage, eine Kapazität von 80 Prozent und mehr des Blutes reibungslos zum Herzen zurückzuführen!

Venen sind bis zu einem gewissen Grade in der Lage, verstopfte Kanäle zu «umgehen», indem sie einfach im grossen Netzwerk einen neuen Weg suchen. Aber das belastet das Netz nur zusätzlich, und es kommt zu ersten Überlastungsanzeichen, wenn sich die Venen mehr und mehr an der Oberfläche als schlängelnde Erhebungen zeigen. Krampfadern sind nicht harmlos! Sie sind sichtbare Zeichen für eine empfindliche Störung im Venenabfluss der Beine. Deshalb sollten Venenerkrankungen frühzeitig durch vorbeugende Massnahmen kontrolliert und behandelt werden.

Weitere Infos: Krampfadern und Besenreiser vorbeugen

Die wichtigsten Therapien bei Besenreisern

Neben der Kompressionstherapie mit speziellen Strümpfen oder Verbänden gibt es die Pflanzenheilkunde, Kneipp, manuelle Lymphdrainagen, Enzymtherapie, das Veröden von Venen, schulmedizinische Medikamente, moderne Operationsverfahren u.a.m.

Die Phythotherapie (Pflanzenheilkunde) spielt ihre Stärken aus, solange das Venenproblem noch gut beherrschbar ist. Ansonsten kann sie eine sinnvolle Unterstützung bei konventionellen Therapien bieten. Gerade die Pflanzenarzneien mit Auszügen der Rosskastanie (Aesculus hippocastanum) oder des Weinlaubes bieten hervorragende Resultate bei der Behandlung von Venenproblemen.  Diese Mittel können schon zur Vorbeugung eingenommen werden, jedoch sollten Sie deren sinnvollen Gebrauch vorher mit einer Fachperson besprechen.

Auch in der Homöopathie gibt es gute Ansätze zur Behandlung von schweren und müden Beinen, die eine Kur optimal unterstützen. Dazu wird einmal wöchentlich eine Ampulle von homöopathisch aufbereiteten Arzneien unter die Haut gespritzt, die Schwellungen um die Knöchel und im Gewebe schneller abbauen lassen. Diese unterstützen z.B. eine Lymphdrainage in hervorragender Weise. Dazu werden homöopathische oder phytotherapeutische Venensalben flankierend benutzt. Eine homöopathisch/phytotherapeutische Behandlung dauert in der Regel so lange wie die speziellen Therapien nötig sind, manchmal auch darüber hinaus, um wirklich gute Resultate zu erreichen. Selbst nach operativen Eingriffen kann diese Therapie optimale Resultate liefern und neuerlichen Stauungen vorbeugen.

Autor: W. Leonhard, 05.04

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