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Nächtliches Schwitzen

Schlaflos durch die Wechseljahre

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Mitten in der Nacht gleich mehrmals klatschnass aufwachen – da ist an einen erholsamen Schlummer nicht mehr zu denken. Solche Schwitzattacken sind für viele Frauen die unangenehmste „Nebenwirkung“ des Klimakteriums. Zum Glück gibt es ein paar einfache Tipps für den Alltag und bewährte Naturheilmittel, die helfen, die Beschwerden deutlich zu lindern.

Studien zufolge leiden rund zwei Drittel der Frauen in den Wechseljahren unter Hitzewallungen, die mit Schweissausbrüchen verbunden sind. So eine Attacke läuft immer nach dem gleichen Muster ab: Das Herz klopft schneller und plötzlich schiesst eine heisse Welle vom Hals in den Kopf und in den ganzen Körper. Kurz danach bricht einer der Schweiss aus. Dann beginnt man, leicht zu frösteln – und alles ist wieder vorbei.

Autorin: Annette Willaredt

Häufigkeit der Schübe variiert

Die Häufigkeit dieser Schübe variiert von Frau zu Frau sehr stark. Die einen erleben am Tag nur eine Schwitzattacke, bei vielen sind es aber auch 30 und mehr. Besonders belastend ist das in der Nacht, weil die Frauen fast immer aufwachen. Viele können dann nicht einfach weiterschlummern, sondern müssen sich zuerst umziehen und manchmal auch die Bettwäsche wechseln. Das stört den Schlaf und vor allem die für die Erholung so wichtigen Traumphasen empfindlich. Die Lebensqualität sinkt deutlich, weil die Betroffenen am Tag nicht mehr ausgeruht und leistungsfähig sind. Da der Zustand oft über lange Zeit anhält, sind die Frauen dann auch zunehmend nervös und gereizt. 

Foto: Panthermedia

Je früher Schweissausbrüche auftreten, desto länger bleiben sie

Hitzewallungen und die damit verbundenen Schweissausbrüche treten bei den meisten Frauen gleich zu Beginn der Wechseljahre erstmals auf. Bei vielen zeigen sie sich schon vor der letzten Regelblutung. Im Laufe der Zeit nehmen Häufigkeit und Schwere der Attacken dann üblicherweise langsam ab, doch es gibt auch Ausnahmen.

Über welchen Zeitraum eine Frau damit rechnen muss, dass sie immer wieder ohne äusseren Anlass heftig schwitzt, das ist individuell allerdings sehr unterschiedlich. Manche Frauen trifft es nur einige Wochen, andere haben jahrelang damit zu kämpfen. Ein neue US-Studie belegt, dass die Schweissausbrüche in machen Fällen sogar über zehn Jahre hinweg auftreten können. Dabei haben die Forscher eine Faustregel entdeckt: Je früher die Hitzewallungen im Verlauf des Klimakteriums auftreten, desto länger muss sich eine Frau damit herumplagen.

Schuld sind die Hormone

Verantwortlich für die Hitzewallungen und Schweissausbrüche machen die Experten den zu Beginn der Wechseljahre stark schwankenden und später immer mehr absinkenden Östrogenspiegel.

Noch ungeklärt ist allerdings, warum ein Drittel der Frauen davon nicht betroffen ist – obwohl sich auch bei ihnen die Östrogenwerte im Blut deutlich ändern. Was man aber weiss ist, was im Körper passiert: Durch die Veränderungen des Hormonspiegels wird das Temperaturzentrum im Gehirn gereizt. Der Körper versteht diese Signale falsch, er „denkt“, er wäre plötzlich überhitzt. Um dagegen anzusteuern, wird das Stresshormon Adrenalin ausgeschüttet, das Herz schlägt schneller, die Blutgefäße in der Haut erweitern sich und man schwitzt. Dadurch kühlt sich der Körper wieder ab.

Bei einer Hitzewallung geschieht also genau das, was bei einer Überhitzung des Organismus sinnvoll ist – nur, dass die in diesem Fall nie stattgefunden hat.

Bewegung mildert die Beschwerden

Helfen kann Frauen alles, was den Kreislauf stärkt und die Blutgefässe trainiert. Der Grund: Der Temperaturregler im Gehirn lässt sich dann nicht mehr so leicht aus der Balance bringen, die Schweissausbrüche treten in der Folge seltener und weniger heftig auf oder bleiben manchmal sogar ganz aus. Ein wichtiger Baustein ist hier regelmässige Bewegung. Dabei sollte man so richtig ins Schwitzen kommen. Zu empfehlen sind Ausdauersportarten wie Walken, Radfahren oder Joggen. Wer sich bisher allerdings wenig sportlich betätigt hat, sollte es langsam angehen und sich nicht überfordern.

Ebenfalls ein gutes Training für die Gefässe sind Kneipp-Anwendungen wie das Wassertreten. Man füllt dazu eine Wanne mit kaltem Wasser. Es soll bis eine Handbreit unter die Knie reichen. Darin watet man nun rund eine Minute wie ein Storch, indem man bei jedem Schritt einen Fuß ganz aus dem Wasser zieht, die Fußspitze zeigt nach unten. Immer sofort aufhören, wenn ein starker Kältereiz auftritt. Das Wasser danach nur abstreifen und die Füße durch Umhergehen wieder erwärmen. Wer mag, kann auch Wollsocken überziehen. Eine ähnliche Wirkung auf den Organismus haben Saunabesuche mit einem anschliessenden kalten Tauchbad oder Wechselduschen.

In Sachen Ernährung sollten Frauen jetzt auf die Mittelmeerküche setzen. Auf den Speiseplan gehören viel frisches Obst und Gemüse, frische Kräuter, gute Pflanzenöle und zwei Fischmahlzeiten in der Woche. Reduzieren sollte man den Verzehr von rotem Fleisch, tierischem Fett, Weissmehlprodukten und Süssem. Zusammen mit regelmäßiger körperlicher Aktivität lässt sich durch diese Ernährungsweise auch vorhandenes Übergewicht abbauen – ebenfalls ein Faktor, der Hitzewallungen und Schweißausbrüche begünstigt. Wichtig ist zudem, reichlich zu trinken, am besten Mineralwasser. Auf Alkohol, Kaffee und Schwarztee sollte man hingegen möglichst verzichten, denn alle drei wirken auf den Östrogenspiegel und können ganz direkt eine Schwitzattacke auslösen.

Die Kraft der Natur nutzen

Auch in der Pflanzenheilkunde finden sich einige Mittel, die gegen die „fliegende Hitze“ helfen. Ausgleichend auf den gesamten Hormonhaushalt wirkt Frauenmanteltee. Dafür werden zwei bis drei Teelöffel Kraut mit 250 ml Wasser überbrüht. Zehn bis 15 Minuten ziehen lassen und abseihen. Man trinkt davon drei bis vier Tassen täglich. Der Rotklee enthält sogenannte Isoflavone. Diese sekundären Pflanzenstoffe ähneln in ihrem chemischen Aufbau den Östrogenen und wirken deshalb ebenfalls stabilisierend auf den Hormonspiegel. Einige Untersuchungen liefern Hinweise, dass die Einnahme von Rotklee-Präparaten vor allem bei Hitzewallungen einen positiven Effekt hat. Auch in den Kernen des Granatapfels stecken solche pflanzlichen Östrogene. In Studien war die Wirkung des Granatapfelkernöls auf Hitzewallungen und Schweißausbrüche zwar gering. Doch die teilnehmenden Frauen berichteten zum Grossteil über einen besseren Schlaf.

Speziell gegen das starke Schwitzen bietet die Natur den Salbei. Der Tee wirkt schweisshemmend und zusätzlich beruhigend. Man übergießt zwei Teelöffel getrocknete Salbeiblätter mit 250 ml kochendem Wasser und lässt die Mischung bis zu zehn Minuten ziehen, dann abseihen. Zweimal täglich eine Tasse frisch aufbrühen und den Tee ungesüsst und zimmerwarm trinken. Salbeitee wirkt direkt auf die Wärmeregulation im Gehirn. Eine Tasse vor dem Zubettgehen hilft besonders gut gegen Nachtschweiss. Eine Alternative dazu sind Salbei-Präparate oder auch das Kauen eines frischen Salbeiblattes.

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