Crataegus - Weissdorn

Geschichte

Bereits Dioskurides (1. Jh.) erwähnte den Weissdorn in seinem Werk. Er nannte ihn krátaios, was vom griechischen krátys für «hart» und «stark» mit Bezug auf das harte Holz gedeutet wird. Die Etymologie kann auch im Zusammenhang mit kratos (wie im Wort Aristokratie) für «immer hier gewesen» gesehen werden. Theophrast (3. Jh. v. Chr.), ein Schüler von Aristoteles, nannte ihn kunosbatos, weshalb er in den Kräuterbüchern des Mittelalters (z. B. bei Lonicerus) unter dem Namen Cynosbatus Theophrasti aufgeführt ist. Die Artbezeichnung monogyna bedeutet «eingriffelig», laevigata heisst «geglättet», und die ältere Bezeichnung oxyacantha steht für «spitzdornig». Der deutsche Name Weissdorn weist auf die weisse Blütenpracht im Frühjahr hin. Die Früchte des Weissdorns dienten den alten Germanen roh oder zu Mus gekocht als Nahrungsmittel. Sein hartes, rötliches Holz wurde für Werkzeuge verwendet.

Crataegus war ein in Kunst und Kultur häufig dargestelltes Motiv. Das Portal der Kathedrale von Reims und ein Kapitell des Naumburger Doms (beide 13. Jh.) sind mit Weissdornblättern geschmückt. Diese Darstellungen und der Volksname «Christdorn» beziehen sich auf eine Legende, nach der die Dornenkrone Christi aus Weissdornzweigen geflochten war. Ein berühmter Weissdorn blühte einst im Klostergarten von Einsiedeln. Der Sage nach soll er von einem Spross stammen, den Herzog Eberhard II. von Württemberg (14. Jh.) von seiner Reise zum heiligen Grab in Jerusalem mitgebracht haben soll. Dieser Weissdorn galt als wunderkräftig, und es erstaunt nicht, dass blühende Zweige zum Schutz gegen bösen Zauber aufgestellt wurden. Jan Breughel d.Ä. hat Weissdornzweige auf vielen seiner Blumengemälde dargestellt. Die Kräuterbücher des Mittelalters empfehlen den Weissdorn für Magenkoliken und Durchfall. Der erste Hinweis auf seine Herzwirkung stammt von Quercetanus, dem Leibarzt Heinrichs IV. von Frankreich, der aus dem Weissdorn einen «Alterssirup» herstellte. Die Pflanze kam erst in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts durch einen irischen Arzt namens Green als Herzmittel zu Berühmtheit und ist seither ein fester Bestandteil des pflanzlichen Arzneischatzes.

Botanische Merkmale: Crataegus - Weissdorn

Botanische Merkmale

Der eingriffelige Weissdorn ist ein stark verzweigter kleiner Strauch oder mittelgrosser Baum mit dornigen Zweigen. Diese tragen ovale bis rhombische, drei- bis fünffach tief gelappte, sattgrün glänzende Blätter. Die Blüten tragen fünf weiss- bis rosafarbene Kronblätter und einen Griffel. Sie sind in Trugdolden angeordnet. Im Herbst bilden sich die leuchtend roten, eiförmig bis kugeligen Scheinfrüchte, die einen Durchmesser von 4–8 mm und eine Länge von 6–10 mm haben. Ihr gelbliches, mehliges Inneres enthält einen Stein. Das Beerenende schliesst mit einer kleinen Einbuchtung ab, um die Reste der fünf Kronzipfel erkennbar sind. Der zweigriffelige Weissdorn ist dem eingriffeligen Weissdorn sehr ähnlich. Seine Blätter sind jedoch nur dreifach gelappt und zeigen abgerundete, gezähnte Abschnitte. Seine Blüten tragen zwei bis drei Griffel, und die Beeren haben 2–3 Steine. Die Weissdornarten bastardisieren leicht und sind deshalb schwer zu unterscheiden. Die Blütezeit ist von Mai–Juni. Weitere Weissdornarten, die teilweise auch medizinisch verwendet werden, sind: C. azarolus L., Azaroldorn, mit gelborangefarbenen Früchten; C. nigra, schwarzfrüchtiger Weissdorn, mit schwarzen Früchten; C. pentagyna, fünfgriffeliger Weissdorn, mit matten, dunkelpurpurnen Früchten und C. laciniata, der orientalische Weissdorn, mit kleinen, birnenförmigen, roten Früchten.

Vorkommen: Crataegus - Weissdorn

Vorkommen

Der Weissdorn wächst bevorzugt an Waldrändern, lichten Laubwäldern und Gebüschen bis auf 1'500 m Höhe. Er wird gerne als Hecke gepflanzt. Der Weissdorn ist in Mitteleuropa beheimatet, die Gattung C. monogyna ist aber auch in Nordafrika und Südwestasien weit verbreitet.

Verarbeitung: Crataegus - Weissdorn

Verarbeitung

Die Bioforce stellt eine Urtinktur sowie ein Weinmazerat aus den frischen Beeren von C. monogyna und C. laevigata her. Zur Teezubereitung werden meist die getrockneten Blätter mit oder ohne Blüten verwendet. In der Homöopathie kommen Zubereitungen aus den verschiedenen Pflanzenteilen zur Anwendung. Aus den Beeren lassen sich Marmeladen, Kompotte oder Branntweine herstellen.

 
 
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