Hydrastis canadensis - Kanadische Gelbwurz

Geschichte

Die Kanadische Gelbwurz wurde von den Cherokee-Indianern gegen Verdauungsstörungen, Appetitlosigkeit, Entzündungen und sogar gegen Krebs gebraucht, während die Irokesen Infuse gegen Keuchhusten, Leberstörungen, Wechselfieber und Herzbeschwerden tranken oder die Infuse zu Waschungen bei Hautleiden, Augenentzündungen und schlecht heilenden Wunden einsetzten. Sie nutzten den Wurzelsaft ferner wegen seines tiefgelben Farbtones zum Färben von Haut und Kleidungsstücken. Die weissen Einwanderer übernahmen viele ihrer medizinischen Anwendungen. Während des 19. Jahrhunderts war die Kanadische Gelbwurz eine äusserst populäre Heilpflanze unter den eklektischen Ärzten Nordamerikas, die meist pflanzliche Heilmittel einsetzten. Diese Tradition wurde 1907 beendet, nachdem die Industriellen Andrew Carnegie und John D. Rockefeller nur noch rein schulmedizinische Institutionen finanziell unterstützten. Die Kanadische Gelbwurz war bis 1926 in der «United States Pharma copoeia» aufgeführt. In Deutschland wurde sie um 1880 bekannt, wobei sich ihr Einsatzgebiet auf gynäkologische Erkrankungen beschränkte. Heute erfreut sich «Goldenseal» in ihrer alten Heimat wieder einer grossen Wertschätzung. Die Deutung des von Linné gegebenen Namens Hydrastis ist unsicher. Der erste Teil des Wortes wird mit hydor für «Wasser» gedeutet. Dem zweiten Teil soll nach Tschirch rheo («fliesse, ströme») oder drao («vollbringe») zugrunde liegen (wegen einer diuretischen Wirkung). Andere sehen darin das griechische aste, was «einheimisch» bedeutet und zusammen mit dem ersten Teil «Wasserbewohnerin» ergibt.

Botanische Merkmale: Hydrastis canadensis - Kanadische Gelbwurz

Botanische Merkmale

Aus dem stark bewurzelten, manchmal knollig verdickten, kriechenden Rhizom treiben 20–30 cm lange Blütensprosse mit einer endständigen kleinen Blüte. Sie besteht aus drei breit-eiförmigen, grünlich weissen Kelchblättern und zahlreichen Staubgefässen sowie mindestens zwölf Fruchtknoten. Aus ihnen entwickeln sich kleine rote Beeren zu einer Sammelfrucht, die Ähnlichkeit mit einer Brombeere hat. Der Blütenspross trägt zwei handförmige, tiefgelappte, dunkelgrüne Blätter mit stark gesägtem Rand. Das untere Blatt ist gestielt, das obere sitzt direkt am Stängel.

Die Blütezeit ist von Juni–Juli

Vorkommen: Hydrastis canadensis - Kanadische Gelbwurz

Vorkommen

Die Kanadische Gelbwurz ist in den nordöstlichen Teilen des nordamerikanischen Kontinents beheimatet und kommt bis in den hohen Norden vor. Sie gedeiht an schattigen Standorten in feuchten Wäldern und bevorzugt humusreiche Böden. Die früher häufige Pflanze ist mittlerweile sehr selten anzutreffen, doch wird sie für die Heilmittelherstellung angebaut.

 

Verarbeitung

A.Vogel verwendet die gemäss aktuellem HAB hergestellte homöopathische Dilution. Verwendet werden die getrockneten unterirdischen Teile von Hydrastis canadensis L.

In ihrer Heimat ist ihre Anwendung in Form von Tee, Tinktur, Kapsel oder Tablette üblich.

Weitere Informationen:

 
 
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