Koriander

Exotisches Kraut, zu wenig genutzt

1

Koriander (Coriandrum sativum) ist ein bei uns zu wenig bekanntes Gewürz mit überaus positiven Eigenschaften. Es werden Blätter und Samen verwendet, sie schmecken aber völlig unterschiedlich. Claudia Rawer • Andrea Pauli • Tino Richter 3.16

 

Verwendung: Frisches Kraut v.a. in der asiatischen und südamerikanischen Küche; getrocknete Samen weltweit, auch in Gewürzmischungen (z.B. Lebkuchengewürz, Curry, nordafrikanisches Ras el Hanout).

Meinung der Redaktion: Frischer Koriander ist ein besonderes Geschmackserlebnis; es lohnt sich, sowohl Kraut als auch Samen in der Küche auszuprobieren. Gesundheitlich erstaunlich vielseitig.

Bekannte Eigenschaften: Antioxidativ, antibakteriell, entzündungshemmend, schmerzlindernd, potenziell krebshemmend.

Koriander

Foto: 123RF/S.L.Payne

Anwendungsgebiete/Heileigenschaften: Potentes Antibiotikum: Wirksam gegen Salmonellen und bei Lebensmittelvergiftungen, im Vergleich wirksamer als das Antibiotikum Gentamicin (Wirkstoff Dodecanal, University of California). Breite antimikrobielle Wirksamkeit gegen das gesamte Spektrum der Bakterien sowie gegen Pilze (Universität Freiburg i. Br.).

Wirksam gegen den multiresistenten Keim Staphylokokkus aureus (MRSA) (Universität Beira Interior). Stimuliert Magensaftsekretion, hilft bei Appetitlosigkeit, Blähungen und Völlegefühl, Durchfällen und krampfartigen Magen-Darm-Beschwerden. Lindert Entzündung und Schmerzen bei Hautreizungen, verbessert das Erscheinungsbild der Haut; bewährt z.B. bei Windeldermatitis.

Antikanzerogene Wirkung: Koriander scheint die Bildung von krebserregenden heterozyklischen Aminen (HCA) beim Braten oder Grillen zu reduzieren (American J. of Clinical Nutrition).

Einschränkungen: Für die Behauptung, frisches Korianderkraut könne Schwermetalle aus dem Körper ausleiten, gibt es keinerlei Belege, auch nicht die häufig angeführte «Studie» von Dr. Yoshiaki Omura an elf (!) Probanden. Ebenfalls nicht nachgewiesen: Senkung von Blutdruck und Cholesterin.

Tipp: Geruch und Geschmack von frischem Koriandergrün sind gewöhnungsbedürftig («Wanzenkraut », «seifig»). Das muss aber nicht so bleiben: Viele Menschen überwinden die anfängliche Abneigung nach wiederholtem Verzehr. Ein guter Anfang ist eine frisch zubereitete Salsa, in der sich die Korianderblätter mit dem Aroma vollreifer Tomaten und der sanften Schärfe von Jalapeño-Chilis verbinden. Die Samen sollten kurz angeröstet und nach Möglichkeit immer frisch gemahlen werden.

Folge uns auf Facebook

A.Vogel Produkt:

Buchtipp:

52 Pflanzenportraits und 250 Rezepte für den Genuss und Pflege. Kochbuch, Pflanzenagenda, Hausapotheke und Schönheitsbrevier in Einem. Jetzt bestellen:

0 Artikel im Warenkorb