HomePhytotherapie / Möglichkeiten und Grenzen der Phytotherapie

Möglichkeiten und Grenzen der Phytotherapie

6

Die Pflanzenheilkunde bewegt sich heute in einem Spannungsfeld zwischen Tradition und Innovation. Neben den pflanzlichen Arzneimitteln, die sich «nur» auf die traditionelle Anwendung berufen, hat sich eine Reihe von zugelassenen Phytotherapeutika etabliert, die das Ergebnis moderner Arzneipflanzenforschung sind. Pflanzenheilmittel haben ihren festen Platz in der Selbstbehandlung; viele  Anwender wünschen sich aber auch, dass sie vom Arzt verordnet werden können.


Umfrageergebnisse zeigen, dass Naturheilmittel (vor allem Pflanzenheilmittel) immer stärker gefragt sind. In den letzten 30 Jahren ist die Zahl der Anwender stetig gestiegen. Die Anstiege betreffen beide Geschlechter, alle Altersgruppen und alle sozialen Schichten. Obwohl also Pflanzenarzneien in der Selbstmedikation breiten Raum einnehmen, sind viele Menschen der Meinung, es sei «wichtig» bzw. «sehr wichtig», dass Naturheilmittel vom Arzt verschrieben werden können. Das unterstreicht, dass für die Mehrheit der Bevölkerung pflanzliche Heilmittelmittel auch in der ärztlichen Therapie unverzichtbar sind.

Phytotherapie und «Schulmedizin»

Die Pflanzenheilkunde wurde und wird leider noch häufig einer «alternativen Therapieszene» zugeordnet, und so lange die Phytotherapie, also die Anwendung der Heilpflanzen am kranken Menschen, kein Pflichtfach in der medizinischen Ausbildung ist, werden noch eine Menge Hürden in der Akzeptanz der Ärzteschaft zu überwinden sein. Bei vielen Ärzten hat sich jedoch schon die Erkenntnis durchgesetzt, dass die Phytotherapie keine Alternative zur Schulmedizin, sondern Bestandteil einer modernen, naturwissenschaftlich orientierten Medizin, eine wichtige Farbe auf der therapeutischen Palette ist.

Denn Pflanzenheilmittel mit ihrem breiten pharmakologischen und therapeutischen Wirkprofil schliessen Lücken in der Behandlung und bieten ausgezeichnete Möglichkeiten zur Therapie und Vorbeugung akuter und chronischer Krankheiten. Dabei entfalten sie ein günstiges Nutzen-/Risiko-Verhältnis, das heisst, sie sind bei guter Wirksamkeit in der Regel unbedenklich und gut verträglich. Schwerpunkte der Anwendung sind leichtere und mittelschwere Erkrankungen. Auch in der Pflege älterer Menschen nehmen Pflanzenheilmittel immer mehr Raum ein.

Gute Resultate werden erzielt bei der Stärkung der körpereigenen Abwehr, Erkältungskrankheiten, Atemwegserkrankungen, Erschöpfungszuständen, Nervosität, Schlafstörungen, Hautkrankheiten, leichten bis mittelschweren Depressionen, Herz-/Kreislauf-Erkrankungen, Rheumaleiden, Durchblutungstörungen im Gehirn, Venenleiden, Magen-/Darmproblemen, trockenen Augen, Arthrose, Wechseljahrsbeschwerden, Blasenentzündung, gutartiger Prostatavergrösserung, u.a.m. Als begleitende Therapie, welche die Immunabwehr stärkt und die Selbstheilungskräfte des Patienten unterstützt, können pflanzliche Heilmittel auch bei schweren Krankheiten wie Krebs ergänzend sinnvoll sein.

Therapieziele in der Pflanzenheilkunde

«Die Phytotherapie hat Behandlungsziele bewahrt, … die in anderen Teilen der Medizin vernachlässigt wurden (z.B. ganzheitliche Ansätze, Selbstheilungskräfte, Selbstregulationsmöglichkeiten, Vorbeugung, ‹milde› Wirkung, ‹naturgemässe› Eingriffe, Selbstkompetenz der Behandlung). Solche Ansätze sind derzeit bei Patienten, aber auch einer Reihe von Ärzten hochaktuell.»


Zitat aus: Saller/Reichling/Hellenbrecht «Phytotherapie. Klinische, pharmakologische und pharmazeutische Grundlagen», Haug Verlag, Heidelberg 1995

Urteile und Vorurteile

Die einen bezeichnen die in den Pflanzen enthaltenen Wirkstoffe als «Wunderwaffen», die anderen polemisieren gegen die «Blümchen» und das «Grünzeug» mit der vereinfachenden Behauptung, auch Pflanzen könnten töten. Die in den Medien so häufig und so schön vorgetragene Scheinalternative von (guter) «Natur» kontra (böse) Chemie gipfelt dann oft in dem (so zynischen wie falschen) Satz: «Wo es keine Nebenwirkungen gibt, ist auch keine Wirkung zu verzeichnen.» Pauschale und undifferenzierte Äusserungen, pflanzliche Heilmittel hätten hinsichtlich ihrer Wirksamkeit allenfalls einen zweifelhaften Nutzen sind genauso falsch wie die Behauptung, alles Pflanzliche sei stets «sanft» und im Gebrauch absolut risikolos. Auch Pflanzenmedizin kann Nebenwirkungen haben, wenn auch bei fachlich sorgfältiger Anwendung selten in schwerem Ausmass.

Kritische Verbraucher sollten bei der Verwendung von Pflanzenheilmitteln stets folgende Punkte beachten:

  • Phytotherapeutika sind Medikamente. Obwohl sie im Allgemeinen kaum Nebenwirkungen aufweisen, können (wie bei jedem Medikament) in einzelnen Fällen unerwünschte Wirkungen und Wechselwirkungen (Interaktionen) mit anderen Heilmitteln auftreten. Lesen Sie den Beipackzettel genau, und beachten Sie die unter «Gegenanzeigen» (Kontraindikationen) aufgeführten Punkte.
  • Im Allgemeinen sind Pflanzenheilmittel gut zur Dauereinnahme geeignet. Es gibt aber auch Heilpflanzen, deren Gebrauch nur über einen kürzeren Zeitraum angebracht ist. Zum Beispiel können Wacholderbeeren in hohen Dosen bei langer Verwendung die Nieren schädigen oder Pfefferminze kann bei dauerndem Gebrauch unter Umständen den Magenschliessmuskel erschlaffen lassen und dadurch Sodbrennen auslösen. Fragen Sie bei Dauergebrauch pflanzlicher Heilmittel den Arzt, Apotheker, Heilpraktiker oder Drogisten.
  • Auch pflanzliche Arzneimittel sind nicht immer ideal für Schwangere. Nehmen Sie in der Schwangerschaft keinerlei Präparate ohne den Rat des Arztes oder der Apothekerin ein.
  • Vor einer Operation sollte die Ärztin über die Einnahme von Naturheilmitteln informiert werden (Knoblauch, Johanniskraut, Baldrian).
  • In der Pflanzenheilkunde gibt es keine Mittel, die bei einer Vielzahl von Indikationen (von Aids über Krebs und Kopfschmerzen bis zur Prophylaxe von Fehlgeburten) wirksam sind. Wenn Ihnen solche Anpreisungen begegnen, ist besondere Vorsicht und Skepsis angebracht. Erkundigen Sie sich in Apotheken, Drogerien, beim Konsumentenschutz, in Verbraucherzentralen, bei den Gesundheitsbehörden oder anderen unabhängigen Fachleuten.
  • Die verwendeten Pflanzen sollten nicht mit Herbiziden oder Pestiziden behandelt worden, nicht mit Schwermetallen verseucht und schon gar nicht mit synthetischen Medikamenten kontaminiert sein (was vor allem bei über das Internet vertriebenen «Pflanzenpräparaten»  aus dem asiatischen Raum vorkam und noch vorkommt). Bevorzugen Sie zu Ihrer eigenen Sicherheit Pflanzenpräparate, deren Ausgangsprodukte aus kontrolliert biologischem Anbau stammen.
  • Achten Sie auf die Bezeichnung «standardisiert». Sie garantiert eine gleichbleibende Wirkung. Bei den Frischpflanzen-Heilmitteln von A.Vogel bedeutet Standardisierung die Vereinheitlichung der Qualität auf allen Stufen der Herstellung, ausgehend vom selbstgezogenen Saatgut bis hin zur fertigen Tinktur oder Tablette.
  • Durch den Trocknungsvorgang verlieren die Pflanzen nicht nur wertvolle ätherische Öle, es treten im gesamten Gefüge Veränderungen ein, die den Wirkstoffgehalt und manchmal die Stabilität negativ beeinflussen können.  Alfred Vogel beobachtete an seinen Patienten, eine bessere, d.h. breitere und tiefere Wirkung durch die Extrakte aus frischen Pflanzen als aus getrockneten.
  • Nicht zuletzt stellt der gute Name des Herstellers eine gewisse Qualitätsgarantie dar. Seriöse Produzenten stehen Therapeuten und Verbrauchern mit Auskünften und allfälligen wissenschaftlichen Untersuchungen/Dokumentationen zur Verfügung.

Ingrid Zehnder-Rawer

Folge uns auf Facebook

A.Vogel Produkte:


Mehr über den Naturheilkunde-Pionier Alfred Vogel:

Gesundheitsberatung?

A.Vogel hilft!


A.Vogel Gesundheitstelefon

0041(0)71 335 66 000041(0)71 335 66 00

(kostenlos, Montag, Dienstag, Donnerstag, jeweils 8-12 Uhr,
13.30-16 Uhr)


Schreiben Sie uns eine

Email: info@avogel.ch



Zum Kontakt-Formular »

Besuche uns auf:


0 Artikel im Warenkorb