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Markus Ryffel
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Der Spezialist im Interview:
ein Gespräch mit Markus Ryffel


Markus Ryffel, 50, ist Unternehmer, passionierter Läufer und Pionier des Nordic Walking in der Schweiz. Bevor er das Unternehmen Ryffel Running in Bern und Uster gründete, nahm der ehemalige Hochleistungssportler in verschiedenen Mittel und Langstreckendisziplinen an mehreren olympischen Spielen, Welt- und Europameisterschaften teil. Zu seinen grössten sportlichen Erfolgen gehören unter anderem eine olympische Silbermedaille sowie zwei Hallen-Europameister-Titel. Der mehrfache Sieger internationaler Strassenläufe und 19fache Schweizer Meister ist verheiratet, hat zwei Kinder und lebt in Allmendingen.


Was macht diesen Sport so attraktiv?

Nordic Walking ist ein perfektes Ausdauertraining mit allen gesundheitlichen Vorzügen, kombiniert mit einer effizienten Kräftigung und einer geringen Belastung der Gelenke. Nordic Walking kann problemlos in einer Gruppe ausgeübt werden. Leistungsunterschiede fallen weniger ins Gewicht als zum Beispiel beim Running. Das Laufen mit Stöcken versteht sich längst nicht mehr «nur» als Sportart für die Gruppe übergewichtiger Sporteinsteiger, sondern ebenso als vollwertige, eigenständige oder auch alternative Trainingsform für alle aktiven Menschen, egal ob Fitness-, Mannschafts- oder Ausdauersportler. Zudem ist diese Sportart preisgünstig, und man kann sie in der freien Natur geniessen.


Warum ist Nordic Walking noch viel gesünder als Walking. Gibt es Unterschiede? Welche Muskelgruppen werden trainiert?

Wird beim herkömmlichen Walking der Oberkörper nur spärlich gefordert, vervielfacht der Armeinsatz mit Stöcken die muskulären Anforderungen. Beim Nordic Walking wird nicht nur die Fuss- und Beinmuskulatur, sondern auch die gesamte Bauch-, Brust-, Rücken- und Armmuskulatur umfassend belastet. Das entspricht rund 85 Prozent der Gesamtmuskulatur. Das Herz-Kreislauf-System wird umfassend gefordert. Durch den Einsatz der Stöcke wird die Belastung des Rückens sowie der Knie- und Fussgelenke vermindert. Die Aufprallkräfte werden durch den korrekten Stockeinsatz bis zu 30 Prozent reduziert. Muskelverspannungen im Schulter- und Nackenbereich lösen sich, und allfällige Schmerzen werden gelindert. Alle diese Vorteile gelten aber nur, sofern die Be-wegung mit der korrekten Technik ausgeführt wird. Mit den Stöcken sind auch neue Kräftigungs- und Dehnübungen möglich. Bei rutschigem oder unebenem Gelände geben sie zudem einen sicheren Halt.


Wie und wo trainiert man optimal? Wie viele Trainingseinheiten pro Woche sind sinnvoll?

Bewegen Sie sich regelmässig. Zwei bis drei Trainingseinheiten pro Woche mit jeweils einem Tag Pause dazwischen sind empfehlenswert. Eine verpasste Trainingswoche kann nicht mit einem «Intensivmarathon» am Sonntag aufgeholt werden. Ergänzen Sie das Nordic Walking-Training mit weiteren körperlichen Betätigungen an Ihren trainingsfreien Tagen.

Am vielseitigsten ist Nordic Walking in leicht hügeligem Gelände, da dort abwechslungsweise Arme und Beine stärker gefordert werden. Zudem sollte auch in unterschiedlichen Intensitäten trainiert werden. Langsame und lange Einheiten wechseln sich mit intensiveren kürzeren Einheiten ab.


Wie trainiert man «richtig»? Ist es sinnvoll, einen Kurs zu machen oder kann man sich Walken selbst beibringen?

Nur bei korrekter Technik können die oben genannten positiven Effekte eintreten. Deshalb ist es unbedingt empfehlenswert, einen (Nordic) Walking-Folgekurs zu besuchen, um von Anfang an die richtige Technik zu erlernen. Die Leiterperson kann auftretende Fehler sofort erkennen und mittels Korrekturübungen beheben. Zudem organisiert Ryffel Running in der ganzen Schweiz so genannte Workshops «Nordic Walking – aber richtig». In diesen rund dreistündigen Kursen lernen Anfänger und auch Fortgeschrittene die korrekte Nordic Walking-Technik kennen und erfahren auch theoretische Hintergründe.


Was sollten ältere Personen, die sich für Nordic Walking interessieren, beachten? Was muss allenfalls zuvor ärztlich abgeklärt werden?

Nordic Walking ist eine Bewegungsform, die für jedermann und in jedem Alter einfach zu erlernen ist. Es ist deshalb auch für ältere Menschen eine optimale Trainingsform. Die Intensität sollte aber ganz klar auf die personellen Voraussetzungen und den Leistungszustand der walkenden Person angepasst werden. Älteren Personen, vor allem denjenigen, die eine längere Bewegungspause hinter sich haben, empfehlen wir einen ärztlichen Untersuch, um allfällige Risiken und Probleme von Anfang an zu vermeiden.


Ist es sinnvoll, mit einer Pulsuhr zu arbeiten? Was ist die ideale Frequenz?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie man sich selbst oder einander gegenseitig kontrollieren kann, ob man zu schnell oder zu langsam unterwegs ist. Zum einen gibt es den Sprechtest. Kann man bei einer Trainingseinheit noch miteinander sprechen, ist die Intensität bestimmt nicht zu hoch. Andererseits gibt es äusserliche Merkmale, die wichtige Hinweise liefern können: Ein gerötetes Gesicht oder eine stark beschleunigte Atmung weisen ganz klar auf eine zu hohe Intensität hin.

Und ausserdem gibt es noch die Pulsuhr. Aber Achtung: Den «richtigen» Puls gibt es nicht! So unterschiedlich wir Menschen sind, so unterschiedlich verhält sich auch unser Herzschlag. Während der eine einen Maximalpuls von 170 hat, kann der andere seinen Pulsschlag leicht bis auf über 200 treiben. Wenn zwei Menschen zusammen sportlich gleich schnell unterwegs sind, heisst das noch lange nicht, dass sie auch den gleichen Puls haben. Auf den Punkt gebracht: Den absoluten, einzig richtigen Trainingspuls gibt es nicht. Deshalb sollte man sich auch nicht von fixierten Pulswerten aus der Ruhe bringen lassen, sondern man sollte versuchen, individuell für sich die optimalen Pulswerte zu bestimmen. Die wohl exakteste Möglichkeit, die Trainingsbereiche individuellen Pulswerten zuzuordnen, stellen Leistungstests dar. Sie eignen sich bestens als einmalige Standortbestimmungen. Weniger aufwändig als Leistungstests und doch recht aufschlussreich ist es, wenn Sie die Trainingsintensität anhand des individuellen Maximalpulses in verschiedene Belastungsbereiche einteilen. Dazu müssen Sie zuerst Ihren Maximalpuls ermitteln, was auf zwei Arten geschehen kann:

1. Nach einem zehnminütigen Einlaufen eine leichte Steigung von rund zwei bis drei Minuten gleichmässig, aber so schnell wie möglich hoch laufen und unmittelbar danach Puls messen.

Achtung! Beim Ermitteln des Maximalpulses ist bei Untrainierten Vorsicht angebracht. Sind Sie über 40 und/oder nicht trainiert, dann sollten Sie zuerst einen ärztlichen Check durchführen lassen.

2. Oder Sie verwenden die Faustformel:
Maximalpuls = 220 – Alter (zu beachten ist jedoch, dass diese Formel nur auf knapp 50 Prozent der Personen wirklich zutrifft).

Sie können Trainings in unterschiedlichen Intensitäten durchführen. Langsame, mässig intensive Trainings sollten sich mit längeren, intensiven Einheiten abwechseln.

Intensitätsstufe 1: 60-70 Prozent des Maximalpulses. Für ganz lange, langsame Einheiten (Pulsbereich ungefähr 110-130).

Intensitätsstufe 2: 70-75 Prozent des Maximalpulses. Für mässiges Tempo. Sprechen ist während der Belastung noch problemlos möglich (Pulsbereich ungefähr 120-140).

Intensitätsstufe 3: 75-80 Prozent des Maximalpulses. Für sehr schnelles Walken in
anspruchsvollem Gelände. Sprechen nur mit Unterbrüchen möglich (Pulsbereich ungefähr 140-160).


Wo kann ich mich über Läufergruppen, Ferienreisen bzw. Walking-Events erkundigen? 

Ryffel Running Kurse GmbH informiert, in welchen Gemeinden in der Schweiz (Nordic)Walking-Kurse angeboten werden. Zudem erhalten Sie Auskunft über die bestehendenWalking-Events in der Schweiz. Ryffel Running organisiert seit dem Jahr 2000 einen reinen Walking- und Nordic Walking-Anlass, den Swiss Walking Event. Dieser Event findet jeweils im September in Solothurn statt und ist regelmässig das grosse Saisonziel für 5000 Sportler. Ohne Leistungsdruck kann über verschiedene Distanzen ein einmaliges Walking-Erlebnis genossen werden. Die Zeit wird zwar gemessen, aber es wird keine Rangliste, sondern eine Finisherliste erstellt.
Weitere reine (Nordic) Walking-Anlässe:
  • Helsana Walking Day
  • Snowwalking Event Arosa
  • Graubünden Walking

Mittlerweile gibt es eine ganze Anzahl von Läufen, die auch Walking- und Nordic Walking-Kategorien führen. So zum Beispiel:
  • Greifenseelauf
  • Schweizer Frauenlauf

Will man sich optimal auf einen Event vorbereiten oder will man auch sonst ein Training auf einer schönen Runde absolvieren, so eignen sich dazu die in vielen Gebieten der Schweiz verteilten «Helsana swiss running walking trails». Auf diesen ausgeschilderten Rundkur-sen von etwa 5 km lernt man auf speziellen Hinweistafeln die Grundlagen und Technik von Running, Walking und Nordic Walking kennen. Auch im Jahr 2005 sind weitere Trails in Planung und werden hoffentlich vielen begeisterten Nordic Walkern eine schöne Trainingsplattform bieten. Ryffel Running bietet zudem jährlich in Valbella/Lenzerheide und in St. Moritz (Nordic) Walking-Ferienwochen an. Diese sind sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittene
geeignet.

Informationen über (Nordic) Walking-Kurse (u.a. Kursortliste), Ferienwochen und Events finden Sie unter www.ryffel.ch oder unter folgender Adresse:
Ryffel Running Kurse GmbH, Tannackerstrasse 7
3073 Gümligen, Tel. 031/952 75 52

Unter dieser Adresse können Sie kostenlos Broschüren über Nordic Walking bestellen. Legen Sie einfach ein mit CHF 1.10 frankiertes C5-Rückantwortcouvert der Bestellung bei.

Unter www.helsana.ch/trail erhalten Sie Informationen über Helsana swiss running walking trails.



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