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Wird Migräne vererbt?

Zwei Drittel der Migräne-Betroffenen haben Familienangehörige, die ebenfalls an Migräne leiden. Dennoch handelt es sich nicht um eine Erbkrankheit. Vielmehr wird eine erhöhte Anfälligkeit für Migräne weitergegeben.

44 Genvarianten spielen eine Rolle

Eine grosse internationale Studie, an der Wissenschaftler aus zwölf Ländern beteiligt waren, deckte nun genetische Risikofaktoren auf. Dazu wurden DNA-Proben von 375 000 Personen aus Europa, Amerika und Australien verglichen, von denen 60 000 an Migräne leiden.

Die Forscher identifizierten 44 Genvarianten, die bei der Entstehung der Migräne eine Rolle spielen. "Interessanterweise ist von etwa zehn dieser Gene bereits bekannt, dass sie in Verbindung mit Erkrankungen der Blut- und Lymphgefässe stehen", sagt Prof. Stefan Schreiber, Institut für Klinische Molekularbiologie an der Uniklinik Kiel (D), und Co-Autor der Studie.

Vier weitere der identifizierten Gene steuern die Aufrechterhaltung der Gefässspannung. Die Erkenntnisse stützen die Theorie, dass eine Störung der Blutversorgung im Gehirn Migräneanfälle auslösen kann. "Diese Ergebnisse ermöglichen es jetzt, personalisierte Therapien für Patienten mit Migräne zu entwickeln", erläutert er. Allerdings wird es noch Jahre dauern, bis dazu konkrete Ergebnisse vorliegen.




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