Der Klimawandel scheint auch in unseren gemässigten Breiten zu höheren Temperaturen und längeren Trockenperioden zu führen. Grund genug, sich gut auf kommende Hitzewellen vorzubereiten.
AutorInnen: Heike Mühldorfer, Tino Richter
Der Sommer 2018 war sowohl in der Schweiz als auch in Deutschland der heisseste seit der Wetteraufzeichnung. Forscher des Helmholtz-Zentrums München konnten eine signifikante Zunahme des relativen Herzinfarktrisikos bei Hitze feststellen. Patienten mit Diabetes oder erhöhten Blutfettwerten waren besonders häufig betroffen. Es gilt also, auch diesen Sommer vorsichtig zu sein und bei Hitze grössere Anstrengungen zu vermeiden.
Unsere Tipps zum Umgang mit Hitze:
Die Anzahl sogenannter Hitzetage mit Temperaturen von 30 °C und mehr hat in der Schweiz wie auch in ihren Nachbarländern Deutschland und Österreich während der vergangenen Jahrzehnte stark zugenommen. Die Schweizer Bundesbehörde «MeteoSchweiz» berichtet am Beispiel der Messstation Luzern, dass es seit 1981 kein Jahr mehr ohne Hitzetag gab; die Zahl der extrem heissen Tage nimmt kontinuierlich zu.
Auch die Anzahl der Sommertage mit einer Maximaltemperatur von 25 bis 29 °C steigt an. Für Deutschland und Österreich gilt Ähnliches. Die meisten Hitzetage in den letzten Jahren hat das deutsche Speyer in Rheinland-Pfalz aufzuweisen. Dort gab es pro Jahr im Durchschnitt 23 Tage mit 30 °C und mehr. In der Wiener Innenstadt schwitzten die Menschen 2024 an 52 Hitzetagen.
Trotz starker Schwankungen zwischen den Jahren geht der Trend insgesamt deutlich nach oben. Durch die globale Klimaerwärmung steigen die Höchsttemperaturen noch erheblich stärker als die Durchschnittstemperaturen. Hitzewellen werden häufiger und extremer; sogenannte Tropennächte, in denen das Thermometer nicht unter 20 °C fällt, nehmen ebenfalls zu.
In Deutschland waren das 2024 schon 16, in Wien (Innenstadt) sage und schreibe 53 Nächte. In der Schweiz sind Tropennächte eher selten, aber 2024 gab es am Genfersee, im untersten St. Galler Rheintal, in Basel und Pratteln sowie Teilen des Tessins eine Tropennacht. Sogar im durchschnittlich recht hoch gelegenen Appenzell Ausserrhoden hatten die Bewohner von Walzenhausen eine solch warme Nacht.
Insgesamt ist die Belastung durch Hitze in den Ballungsräumen am grössten. In stark bebauten Arealen liegen die Temperaturen einige Grad höher als im Umland, insbesondere auch nachts.
Säuglinge, Kleinkinder und Schwangere sind durch hohe Temperaturen und Hitzewellen gefährdet, ebenso wie Menschen mit Vorerkrankungen wie z.B. Diabetes, Herz-Kreislauf-, Atemwegs- und Stoffwechselerkrankungen. Auch neurologische Erkrankungen sowie Demenz sind ein Risikofaktor. Besonders betroffen sind Menschen ab 65 Jahren, die zudem auch häufiger durch die genannten Erkrankungen vorbelastet sind. Durch häufigere und intensivere Hitzewellen steigt das Risiko, frühzeitig krank zu werden oder zu sterben. Das Schweizer Bundesamt für Umwelt (BAFU) beziffert die Anzahl der Hitzetoten 2023 auf 542 Menschen; in Deutschland lag die Zahl bei etwa 4500. Hitze kann sich in vielfältiger Weise auf den Körper von älteren Menschen auswirken. Gehirn, Kreislauf und Nieren werden durch Wasser- und Elektrolytverlust belastet; bereits bestehende Erkrankungen von Herz, Lunge und Nieren können sich verschlimmern. Die Palette reicht von noch harmlosen Erscheinungen wie Muskelkrämpfen nach dem Sport, Hautausschlägen durch vermehrtes Schwitzen oder gelegentlichem Schwindel bis zu Thrombosen und Schlaganfällen. Durch Perioden mit hohen Temperaturen können auch gesundheitsschädigende Faktoren wie bodennahes Ozon, Pollenflug und Luftverschmutzung verschärft werden. Ozon reizt beispielsweise die Augen und die Atemwege, erhöhte Luftverschmutzung beeinträchtigt Atemwege und Lungen.
Forscher des Helmholtz-Zentrums München konnten im Hitzesommer 2018 eine signifikante Zunahme des relativen Herzinfarktrisikos bei Hitze feststellen. Patienten mit Diabetes oder erhöhten Blutfettwerten waren besonders häufig betroffen.
Manche Tipps, wie man sich vor Hitze schützen kann, sind banal oder auch nur unter Schwierigkeiten umsetzbar – beispielsweise lassen sich kaum alle Elektrogeräte ausschalten, denken Sie nur an den Kühlschrank! Andererseits denkt man oft an die einfachsten Dinge nicht, und beim Hitzeschutz stellt sich auch die Frage nach der Umweltfreundlichkeit.
Dass sich nun alle Mitteleuropäer eine Klimaanlage einbauen, kann keine Lösung sein, selbst wenn man sich es leisten könnte. Sie tragen nämlich durch ihren Stromverbrauch und über ihre klimaschädlichen Kältemittel zu den Ursachen der Klimakrise zusätzlich bei. Wir wollen zeigen, dass man sich gut vor allzu viel Wärme schützen kann, ohne dabei seine Mitmenschen und die Umwelt zu vergessen.

Je mehr wir schwitzen, desto mehr Flüssigkeit verliert der Körper. Das ist nicht ungefährlich, denn Wassermangel schwächt die Nieren. Der Urin wird stärker konzentriert, Abfall und Giftstoffe werden nicht mehr genügend ausgeschieden. Das betrifft nicht nur ältere Menschen, sondern auch jüngere, die sich vollkommen gesund fühlen. Bei Alarmzeichen wie Kopfschmerzen, Herzrasen oder Schwindel sollte man sofort zur Wasserflasche greifen. Die Hitze weitet die Blutgefässe, das belastet den Kreislauf, sorgt aber dafür, dass Wärme aus dem Körper abgeführt werden kann. Schwitzen erhöht den Kühleffekt. Dabei verliert der Körper Mineralstoffe und Wasser. Die Flüssigkeit muss möglichst regelmässig «nachgefüllt» werden. Empfohlen werden zwei bis drei Liter pro Tag, vorzugsweise Wasser, leicht gekühlte Tees ohne Zucker und Saftschorlen, auch dann, wenn man gar keinen Durst hat. Eine Karaffe mit Wasser und Gurke, Beeren oder Zitrone, Saftschorle oder auch alkoholfreies Bier liefern notwendige Elektrolyte. Kaffee regt zwar den Kreislauf an, lässt ihn aber schnell wieder absacken. Alkohol ist nicht geeignet, er belastet den Kreislauf und entzieht dem Körper zusätzlich Flüssigkeit. Leichtes Essen entlastet den Organismus, dazu gehören Melone, Beeren, Gurken oder Kaltschalen und Smoothies sowie Gerichte mit Joghurt.
Im Seniorenalter lässt das Durstgefühl oft nach. Da ist es nützlich, sich anzugewöhnen immer ein Glas Wasser in der Nähe zu haben und es jede Stunde zu leeren. Manche stellen sich auch einen Wecker.

Meist hat man bei Hitze keine Lust auf schwere oder gar fettige Speisen. Leichte, gut verdauliche Mahlzeiten mit eher kleinen Portionen belasten den Körper weniger. Salate, frisches Obst, viel Gemüse, Fisch und mageres Fleisch sowie Hülsenfrüchte als vegetarische Proteinquelle sind angesagt. Geben Sie Backofen und Herd hitzefrei: An Hitzetagen sollte man eher lauwarme Speisen und Getränke konsumieren, nicht heisse oder eiskalte. Denn alles, was wir zu uns nehmen, muss auf Körpertemperatur gebracht werden – das ist anstrengend und schwächt den Körper. Denken Sie auch daran, Ihre Medikamente nicht der Sonne auszusetzen, sondern bewahren Sie die Arzneimittel möglichst kühl und dunkel auf, allerdings nicht im Kühlschrank. Ihre Hausärztin berät Sie, worauf Sie achten müssen. Vielleicht fragen Sie auch Ihre ältere Nachbarin, ob sie alle Arzneimittel hat, die sie braucht, ob Sie genügend Getränke im Haus hat oder ob sie Lust hat, eine lauwarme Tomatensuppe, eine Portion Wassermelone oder einen bunten Salat mit Ihnen zu teilen.
Desserts
Wie beim Trinken gilt auch beim Duschen: lauwarm ist besser! Dadurch wird der Körper sanft gekühlt. Bei einer eiskalten Dusche würde zuerst die Durchblutung der Haut gedrosselt, um die Wärme im Körperinnern zu halten. Um diesen Prozess zu regulieren, würden dann die Gefässe geweitet, die Haut würde sehr stark durchblutet – und dadurch schwitzt man erst recht.

In Spanien oder Italien findet das Leben vormittags und dann wieder am späten Nachmittag bis spät in die (laue) Nacht statt. Über die Mittagszeit ist also Siesta angesagt. Wer Glück hat, kann die Pause mit dem Arbeitgeber vereinbaren. Wer trotzdem während der grössten Hitze unterwegs sein muss, hüllt sich wie die Menschen aus tropischen Gefilden in locker sitzende, flatternde Gewänder.
Kann unter der Kleidung Luft zirkulieren, hält das den Körper kühler als hautenge Shirts oder knapp sitzende Hosen. Tragen Sie also locker geschnittene Kleidung aus dünner Baumwolle oder Viskose, wenn Sie mögen, auch aus Leinen, und bevorzugen Sie dabei helle Farben, weil dunkle mehr Wärme aufnehmen.
Damit funktioniert der Wärmetausch besser. Es empfiehlt sich zudem, morgens die Fenster der Wohnung zu öffnen, wenn die Luft noch kühl ist. Sobald sich die Luft erwärmt, sollten die Fenster geschlossen und die Rollläden heruntergelassen werden.
Linderung an heissen Tagen schenken auch kühle Umschläge für Hand- und Fussgelenke sowie feuchte Kompressen für Stirn oder Nacken. Das ist auf jeden Fall sinnvoller (und preiswerter) als «Bodysprays » aus der Drogerie, die bestenfalls für wenige Minuten einen Hauch von Kühle erzeugen.
Stellen Sie rechtzeitig die Heizung auf Sommerbetrieb bzw. erinnern Sie Ihren Vermieter daran. Beim Normalbetrieb, so ein Fachmann, wird heisses Wasser durch die Heizungsrohre geleitet, selbst wenn die Thermostate der Heizkörper ausgeschaltet sind. Der Sommerbetrieb ist also ein Hitzeschutz und spart gleichzeitig Energie. Auch Elektrogeräte sollten nach Möglichkeit vollständig abgeschaltet werden. Sie geben zwar nicht allzu viel Wärme ab, aber in der Summe bewirkt es schon etwas, wenn Computer, TV-Geräte und Co. nach der Nutzung nicht permanent auf Stand-by weiterlaufen.

Auch Teppiche sind eine Wärmequelle, weil sie die Hitze aufstauen können. Es lebt sich angenehmer, wenn man bei länger andauernden Hitzewellen lose Teppiche aufrollt und auf dem Dachboden bzw. im Keller aufbewahrt – sofern diese trocken und gut belüftet sind.
Stehende Luft fühlt sich wärmer an als bewegte. Wird es in der Wohnung zu warm, denken viele, jetzt müssten sie doch wenigstens einmal die Fenster aufreissen, um für Durchzug zu sorgen. Das sollten Sie jedoch nur ausnahmsweise und sehr kurz tun, z.B. wenn die Luft bei mehreren Personen im Raum zu schlecht wird. Die Alternative sind Ventilatoren. Zwar verbrauchen diese auch Strom, aber nur einen Bruchteil des Stromverbrauchs einer Klimaanlage. Inzwischen gibt es energiesparende und leise Modelle, die Sie zur Not auch nachts verwenden können.
Die Windmaschinen kühlen allerdings nicht die Luft, sondern durch die Luftbewegung den Menschen. Deshalb sollten die Geräte nie direkt auf den Körper ausgerichtet sein, man sollte sich nicht direkt davorstellen bzw. im Durchzug sitzen. Experten raten davon ab, Ventilatoren bei Temperaturen von über 35 °C zu benutzen. Sie können bei diesen Wärmegraden Hitzeschäden nicht mehr verhindern, sondern selbst zur Hitzeproduktion beitragen bzw. eine Dehydrierung des Körpers bewirken. Besonders aufpassen muss man also bei bettlägerigen Menschen – und in jedem Fall viel trinken.

Kühl und nicht zu hell sollte die Wohnung an heissen Tagen sein. Also Fenster und Türen tagsüber geschlossen halten, Jalousien und Rollläden herunterlassen. Die Läden sollten bis auf zehn Zentimeter heruntergefahren werden, das ermöglicht eine gewisse Luftzirkulation zwischen Laden und Fensterscheibe und lässt etwas Licht in die Räume dringen. Auch die Klappläden an älteren Häusern und klassischen Chalets bieten einen Hitzeschutz und lassen etwas Licht durch.
Vorhänge können die Wärme ebenfalls abschirmen, sie sind jedoch viel weniger effektiv und machen die Räume dunkler. Oft wird geraten, zur Kühlung nasse Tücher auf die ausgeschalteten Heizkörper zu legen. Dieser Tipp ist jedoch eher kontraproduktiv, denn dadurch erhöht sich die Luftfeuchtigkeit, und es wird schwül im Raum. Feuchte Hitze aber lässt sich sehr viel schlechter ertragen als trockene.
Am späteren Abend und am frühen Morgen ist die Luft in aller Regel deutlich kühler. Das ist die richtige Zeit, gründlich zu lüften. Öffnen Sie dazu mehrere, möglichst auch gegenüberliegende Fenster, sodass die Luft zirkulieren kann. Je länger Sie das tun, desto besser: Experten raten zum Querlüften möglichst über einen langen Zeitraum. Selbst in Tropennächten liegen die Temperaturen um einiges unter den Tageswerten.
Im öffentlichen Nahverkehr sind viele Fahrzeuge mittlerweile mit einer Klimaanlage oder zumindest mit einer Lüftung ausgestattet. Zur Arbeit und zum Einkaufen muss man jedoch auch an heissen Sommertagen öfters mit dem Auto fahren – und Autofahrer, die durch Hitze belastet sind, sind oft unkonzentriert und unaufmerksam; die Unfallgefahr steigt. Das rechtfertigt auch den Einsatz der Klimaanlage. Als Erstes vor dem Losfahren alle Türen, die Kofferraumklappe und, wenn vorhanden, auch das Schiebedach aufmachen. Dadurch wird das Auto durchgelüftet, und die Temperaturen sind schon nach wenigen Minuten angenehmer.
Ist das Auto stark überhitzt, stellen Sie direkt nach dem Losfahren die Klimaanlage für etwa drei Minuten auf maximale Kühlleistung. Drücken Sie zusätzlich die Umlufttaste: So wird zunächst die Luft im Innenraum statt warme Aussenluft gekühlt. Dann regeln Sie die Anlage wieder herunter. Stellen Sie die Klimaanlage nicht zu kühl ein (nicht weniger als 22 bis 25 °C), und richten Sie den Luftstrom nicht direkt auf Körperpartien (Erkältungsgefahr!). Haben Sie eine Fahrt von weniger als zehn Minuten vor sich, schalten Sie die Klimaanlage besser nicht ein. Der Kurzzeitbetrieb bringt meist wenig und belastet den Kompressor. Da sich der geschlossene Wagen schon nach kurzer Zeit extrem (wieder) aufheizen kann, selbst bei relativ niedrigen Aussentemperaturen, sollten Sie niemals, auch nicht für ein paar Minuten, jemanden im Auto zurücklassen, das in der Sonne steht. Das gilt besonders für Babys, Kleinkinder und ältere Menschen – aber auch für Hund oder Katze.
Zu grosse Hitze kann dazu führen, dass der Kreislauf überlastet ist. Vorsicht ist geboten, wenn sich Erschöpfung, Übelkeit, Benommenheit, Kopfschmerzen oder Schwindelgefühle einstellen. Dann hilft nur: Ab in den Schatten oder in den kühlsten Raum im Haus, sofort etwas trinken und Salzstangen knabbern oder Melone essen. Steigt die Temperatur in den Räumen dauerhaft auf über 25 Grad, sollten Medikamente gekühlt werden, z.B. im Gemüsefach des Kühlschranks. Denn Salben und Cremes trennen sich bei hohen Temperaturen rasch in ihre Bestandteile. Medikemente können zudem zu einer erhöhten Empfindlichkeit gegenüber UV-Strahlen führen.
«Wenn in unserem grünen Land, das nicht arm an Kälte und Niederschlägen ist und eigentlich keine Dürre kennt, zur Sommerzeit der Seufzer laut wird: "Ach, diese Hitze", dann erinnert mich dies immer wieder an einen Besuch bei einem gastfreundlichen Beduinen, der sein Zelt mitten in der Wüste aufgeschlagen hat. Vor Hitze vibrierte damals die Luft, und unter dem schwarzen Ziegenhaargewebe des Zeltbehanges mochte es im Schatten 40 Grad gehabt haben. Dennoch bewirtete mich der bärtige Mann, durch dessen Gesicht sich bereits die Furchen des Alters zogen, mit heissem Tee.
Erstaunt wollte ich wissen, was der Grund seines Vorgehens war, und erhielt die Antwort, dass es grundfalsch sei, bei grosser Hitze eisgekühltes Wasser zu trinken, da dieses, wie auch süsse Getränke, den Durst nur mehre, statt ihn zu stillen. Auch für die Gesundheit sei dieses Vorgehen schädigend.
Damals zweifelte ich noch an der Tatsache dieser Aussage, erhielt sie aber mit der Zeit durch entsprechende Erfahrungen bestätigt. Bei grosser Hitze helfen heisse Getränke oder saftige Früchte wirklich den Durst am besten stillen. Auch zieht man sich dadurch keine Erkältungen und Katarrhe zu, was möglich ist beim hastigen Genuss eisgekühlter Getränke.» Aus: Alfred Vogel, "Der kleine Doktor" (Seite 730f.).
Zwar gibt es durch das Schwitzen beim Genuss warmer Getränke einen zusätzlichen kühlenden Effekt, doch der entsteht durch die vorgängige Steigerung der Körpertemperatur. Erst Erhitzen, dann kühlen macht aber wenig Sinn.
Auch der umgekehrte Fall ist ein Mythos: Dass das Herunterkühlen nach dem Genuss sehr kalter Getränke zusätzliche Energie verbrauche und dadurch den Körper erwärme. Denn kalte Getränke werden im Magen und Darm passiv erwärmt, ohne viel zusätzliche Energie.
Fazit: Kalte Getränke kühlen den Körper zwar besser als warme, aber der Effekt ist gering.

Sonnencreme mit einem hohen Lichtschutz-Faktor (LSF 50) ist heute selbstverständlich. Wichtig sind UVA- und UVB-Filter, Duftstoffe reizen nur die Haut. Bitte grosszügig auftragen, vor allem auf Nase, Ohren, Lippen, Schultern und Fussrücken. Alle zwei Stunden oder nach dem Baden nochmal eincremen. Achtung: Mehrmaliges Auftragen von Sonnencreme frischt den Schutz nur auf, verlängert aber nicht die gesamte Zeitspanne. Und: Auch bei wolkenverhangenem Himmel ist die UV-Belastung oft sehr hoch. Am Meer ist die UV-Strahlung besonders hoch. Ohne Sonnenschirm ist Sonnenbrand vorprogrammiert.
Babys und Kleinkinder sollen im ersten und zweiten Lebensjahr gar nicht in die direkte Sonne und auch nicht mit Sonnenmilch eingecremt werden. Auch im Schatten immer mit Hütchen und Hemdchen schützen. Meer und heller Sandstrand reflektieren die Sonnenstrahlen, das verstärkt ihre Wirkung. Kinder am Strand deshalb am besten mit T-Shirt oder Hemd, Sonnenbrille, Hut samt Nackenschutz oder speziellem Sonnenschutz-Badeanzug ausstaffieren, die Schultern, Oberarme und Schenkel bedecken. Bei Sonnenschutzkleidung auf die Kennzeichnung achten: UV-Protection-Factor UPF 30 oder Prüfsiegel „UV-Standard 801“. Ein Sonnenbrand bei Kindern unter 16 Jahren erhöht das Risiko für Hautkrebs stark.
… und die Haut ist rot und schmerzt? Bei Sonnenbrand hilft vor allem Kühlen. Lauwarme Kompressen mit schwarzem Tee, starkem Tee aus Ringelblumenblüten oder Gurkensaft lindern. Wickel mit Quark oder Joghurt kühlen besonders gut. Aloe-Vera- Gele tun der Haut gut. Öl und fetthaltige Cremes bitte nicht auftragen. Falls sich Blasen bilden oder Fieber einstellt, unbedingt einen Arzt aufsuchen.
