Frau lässt Herztöne messen

Herzgesundheit: Was dem Herzen guttut

Das Herz arbeitet Tag und Nacht. Es pumpt Blut durch den Körper und versorgt Organe, Muskeln und Gewebe mit Sauerstoff und Nährstoffen. Damit es diese Aufgabe möglichst lange zuverlässig erfüllen kann, lohnt es sich, die eigene Herzgesundheit bewusst im Blick zu behalten.

Viele Faktoren, die Herz und Kreislauf beeinflussen, lassen sich im Alltag mitgestalten. Regelmässige Bewegung, eine ausgewogene Ernährung, Rauchverzicht, ausreichend Erholung und ein bewusster Umgang mit Stress gehören zu den wichtigsten Grundlagen eines herzfreundlichen Lebensstils.

Was bedeutet Herzgesundheit?

Herzgesundheit bedeutet mehr als ein regelmässiger Herzschlag. Auch Blutgefässe, Blutdruck, Blutfette, Blutzucker, Körpergewicht und körperliche Leistungsfähigkeit spielen eine Rolle.

Ein gesundes Herz-Kreislauf-System passt sich laufend an die Bedürfnisse des Körpers an. Bei Bewegung schlägt das Herz schneller, in Ruhe sinkt die Belastung wieder. Die Blutgefässe regulieren den Blutfluss und tragen dazu bei, dass alle Körperbereiche zuverlässig versorgt werden.

Wie Herz, Blutgefässe und Kreislauf zusammenarbeiten, erfahren Sie auf der Seite Herz-Kreislauf-System.

Was beeinflusst die Herzgesundheit?

Die Herzgesundheit wird durch verschiedene Faktoren geprägt. Manche lassen sich verändern, andere nicht.

Frau gestresst am Arbeitsplatz

Beeinflussbare Faktoren

Dazu gehören unter anderem:

  • Rauchen
  • Bewegungsmangel
  • unausgewogene Ernährung
  • dauerhaft erhöhter Blutdruck
  • ungünstige Blutfettwerte
  • erhöhte Blutzuckerwerte
  • Übergewicht
  • hoher Alkoholkonsum
  • länger anhaltender Stress
  • mangelnde Erholung
Grauhaarige Frau vor dem Spiegel

Nicht oder begrenzt beeinflussbare Faktoren

  • zunehmendes Alter
  • familiäre Veranlagung
  • bestimmte Vorerkrankungen
  • biologische und hormonelle Faktoren

Ein gesunder Lebensstil kann Risiken nicht vollständig ausschliessen. Er kann aber dazu beitragen, beeinflussbare Risikofaktoren zu reduzieren und die allgemeine Herz-Kreislauf-Gesundheit zu unterstützen.

Regelmässige Bewegung für das Herz

Das Herz ist ein Muskel und passt sich körperlicher Aktivität an. Regelmässige Bewegung unterstützt die Leistungsfähigkeit, den Kreislauf und den Stoffwechsel. Sie kann ausserdem dabei helfen, Körpergewicht, Blutdruck, Blutzucker und Blutfette günstig zu beeinflussen.

Geeignete Bewegungsformen sind beispielsweise:

  • zügiges Gehen
  • Wandern
  • Velofahren
  • Schwimmen
  • Nordic Walking
  • Tanzen
  • Gartenarbeit
  • Treppensteigen
  • moderates Krafttraining

Entscheidend ist die Regelmässigkeit. Auch kurze Bewegungseinheiten und mehr Aktivität im Alltag sind wertvoll. Wer lange nicht aktiv war, bereits Herz-Kreislauf-Beschwerden hat oder Medikamente einnimmt, sollte die passende Belastung mit einer Fachperson besprechen.

Herzfreundlich essen

Eine ausgewogene, überwiegend pflanzenbetonte Ernährung versorgt den Körper mit Ballaststoffen, Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen. Als herz- und gefässfreundlich gilt besonders eine mediterran geprägte Ernährungsweise mit frischen, möglichst wenig verarbeiteten Lebensmitteln.

Dazu gehören:

  • viel Gemüse und Salat
  • regelmässig Früchte
  • Vollkornprodukte
  • Hülsenfrüchte
  • Nüsse und Samen
  • hochwertige Pflanzenöle
  • frische Kräuter und Gewürze
  • Fisch, je nach Ernährungsweise
  • ausreichend Wasser oder ungesüsster Tee

Stark verarbeitete Lebensmittel enthalten häufig viel Salz, Zucker, gesättigte Fette und Energie. Sie sollten deshalb nicht den Hauptteil der Ernährung ausmachen.

Nüsse und hochwertige Fette

Nüsse und Samen liefern ungesättigte Fettsäuren, Eiweiss, Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe. Sie können eine ausgewogene Ernährung sinnvoll ergänzen.

Geeignete Fettquellen sind beispielsweise:

  • Baumnüsse
  • Mandeln
  • Haselnüsse
  • Leinsamen
  • Sonnenblumenkerne
  • Olivenöl
  • Rapsöl
  • Leinöl

Da Nüsse und Öle energiereich sind, kommt es auf eine passende Menge an.

Salz bewusst verwenden

Ein hoher Salzkonsum kann bei empfindlichen Personen den Blutdruck ungünstig beeinflussen. Besonders viel Salz steckt häufig in Fertiggerichten, Wurstwaren, salzigen Snacks, Käse, Saucen und anderen stark verarbeiteten Produkten.

Hilfreich ist es, häufiger frisch zu kochen und Speisen mit Kräutern, Gemüse, Zwiebeln, Knoblauch und Gewürzen zu verfeinern.

Rauchen belastet Herz und Gefässe

Rauchen gehört zu den wichtigsten beeinflussbaren Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Tabakrauch belastet die Blutgefässe und begünstigt Veränderungen der Gefässwände.

Ein Rauchstopp lohnt sich in jedem Alter. Wer Unterstützung benötigt, kann sich an eine Ärztin, einen Arzt, eine Apotheke oder eine professionelle Rauchstoppberatung wenden.

Alkohol und Herzgesundheit

Alkohol ist keine Massnahme zum Schutz des Herzens. Auch kleine Mengen können je nach persönlicher Situation Herzrhythmus, Blutdruck und andere Gesundheitsfaktoren beeinflussen.

Wer Alkohol trinkt, sollte dies bewusst und zurückhaltend tun. Bei erhöhtem Blutdruck, Herzrhythmusstörungen, bestimmten Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme kann es sinnvoll sein, ganz darauf zu verzichten.

Frau schlafend im Bett

Stress und Herz

Bei Stress schüttet der Körper Botenstoffe aus, die Herzschlag, Blutdruck und Aufmerksamkeit erhöhen. Kurzfristig ist diese Reaktion normal und hilfreich. Bleibt die Anspannung jedoch über längere Zeit bestehen, kann sie die Erholung erschweren und ungünstige Verhaltensweisen fördern.

Dauerhafter Stress kann beispielsweise dazu führen, dass Menschen:

  • schlechter schlafen
  • sich weniger bewegen
  • unregelmässig essen
  • häufiger rauchen oder Alkohol trinken
  • Pausen vernachlässigen
  • Warnzeichen des Körpers übergehen

Hilfreich können sein:

  • regelmässige Pausen
  • Bewegung an der frischen Luft
  • Atemübungen
  • Entspannungstechniken
  • ausreichend Schlaf
  • soziale Kontakte
  • realistische Tagesplanung
  • professionelle Unterstützung bei anhaltender Überforderung

Schlaf und Erholung

Im Schlaf kann sich der Körper erholen. Herzschlag und Blutdruck sinken normalerweise, während verschiedene Regenerationsprozesse ablaufen.

Für einen regelmässigen Schlafrhythmus können folgende Gewohnheiten hilfreich sein:

  • möglichst ähnliche Schlafenszeiten
  • eine ruhige Abendroutine
  • ausreichend Bewegung am Tag
  • wenig Alkohol am Abend
  • Koffein am späteren Tag reduzieren
  • ein ruhiges und eher kühles Schlafzimmer
  • Bildschirmpausen vor dem Schlafengehen

Anhaltende Schlafprobleme, starkes Schnarchen, Atemaussetzer oder ausgeprägte Müdigkeit am Tag sollten fachlich abgeklärt werden.

Wichtige Werte im Blick behalten

Einige Risikofaktoren verursachen lange keine Beschwerden. Dazu gehören beispielsweise erhöhter Blutdruck, ungünstige Blutfettwerte oder erhöhte Blutzuckerwerte.

Je nach Alter, persönlicher Vorgeschichte und familiärer Belastung kann es sinnvoll sein, diese Werte regelmässig kontrollieren zu lassen:

  • Blutdruck
  • Blutfette
  • Blutzucker
  • Körpergewicht
  • Taillenumfang
  • Herzrhythmus bei entsprechenden Beschwerden

Wie häufig Kontrollen sinnvoll sind, sollte individuell mit einer medizinischen Fachperson besprochen werden.

Frau fühlt ihren Puls

Herzgesundheit bei Frauen

Herz-Kreislauf-Erkrankungen betreffen Frauen und Männer. Bei Frauen werden Herzprobleme jedoch teilweise später erkannt, weil Beschwerden nicht immer dem bekannten Bild mit starken Schmerzen in der linken Brust entsprechen.

Mögliche Beschwerden können auch sein:

  • Atemnot
  • ungewöhnliche Erschöpfung
  • Übelkeit oder Erbrechen
  • Druck oder Schmerzen im Brustbereich
  • Schmerzen in Rücken, Nacken, Kiefer oder Oberbauch
  • Schweissausbrüche
  • Schwindel
  • plötzliches starkes Unwohlsein

Solche Beschwerden können viele Ursachen haben. Treten sie plötzlich, stark oder zusammen mit Atemnot, Brustdruck oder Kreislaufproblemen auf, sollte sofort medizinische Hilfe geholt werden.

Herzgesundheit in den Wechseljahren

In und nach den Wechseljahren kann sich das persönliche Herz-Kreislauf-Risikoprofil verändern. Blutdruck, Blutfette, Blutzucker, Körpergewicht und die Fettverteilung können sich ungünstig entwickeln.

Frauen sollten diese Veränderungen nicht als unvermeidbare Begleiterscheinung des Älterwerdens abtun. Bewegung, ausgewogene Ernährung, Rauchverzicht und regelmässige Vorsorge bleiben auch in dieser Lebensphase besonders wichtig.

Herzrasen oder Herzstolpern können während der hormonellen Umstellung auftreten. Da dahinter auch andere Ursachen stecken können, sollten neu auftretende oder wiederkehrende Beschwerden ärztlich abgeklärt werden.

Herzklopfen, Herzrasen und Herzstolpern

Das Herz kann bei Sport, Aufregung, Angst oder Stress vorübergehend schneller oder kräftiger schlagen. Auch Koffein, Alkohol, Schlafmangel, hormonelle Veränderungen oder bestimmte Medikamente können den Herzrhythmus beeinflussen.

Eine fachliche Abklärung ist sinnvoll, wenn Herzrasen oder Herzstolpern:

  • neu auftritt
  • regelmässig wiederkehrt
  • ohne erkennbaren Anlass entsteht
  • länger anhält
  • mit Schwindel oder Schwäche verbunden ist
  • bei Belastung auftritt
  • mit Brustschmerzen oder Atemnot einhergeht

Pflanzenwissen: Weissdorn

Weissdorn (Crataegus) ist traditionell eng mit dem Thema Herz und Kreislauf verbunden. Die Pflanze gehört zur Familie der Rosengewächse und ist an ihren weissen Blüten und roten Früchten erkennbar.

Wann sollten Herzbeschwerden abgeklärt werden?

Eine ärztliche Abklärung ist sinnvoll bei:

  • wiederkehrendem Herzrasen oder Herzstolpern
  • ungewöhnlichem Leistungsabfall
  • Atemnot bei geringer Belastung
  • wiederkehrendem Druckgefühl in der Brust
  • Schwindel oder Ohnmacht
  • Wassereinlagerungen in Beinen oder Füssen
  • Beschwerden, die neu oder ungewohnt sind
  • familiär gehäuften Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Sofortige medizinische Hilfe ist erforderlich bei:

  • starken oder anhaltenden Brustschmerzen
  • ausgeprägtem Druck oder Engegefühl in der Brust
  • plötzlich auftretender Atemnot
  • Bewusstlosigkeit
  • kaltem Schweiss und starkem Unwohlsein
  • Beschwerden, die in Arm, Schulter, Rücken, Kiefer oder Oberbauch ausstrahlen

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