Johanniskraut

Hypericum perforatum L.

Johanniskraut (Hypericum perforatum) ist eine traditionsreiche Heilpflanze, die seit dem Altertum bei körperlichen und seelischen Beschwerden verwendet wird. Heute ist sie vor allem im Zusammenhang mit nervöser Unruhe, Angstzuständen sowie leichten bis mittelschweren depressiven Verstimmungen bekannt. Pflanzliche Johanniskraut-Präparate können Beschwerden lindern und gelten als gut verträglich. Wichtig ist jedoch: Johanniskraut kann die Wirkung anderer Medikamente beeinflussen und sollte deshalb nicht ohne fachliche Beratung eingenommen werden.

Steckbrief

  • Botanischer Name: Hypericum perforatum L.
  • Deutscher Name: Echtes Johanniskraut, Johanniskraut
  • Vorkommen: gemässigte Klimazonen Europas, westliches Asien und Nordafrika
  • Standort: trockene Kalk- oder Urgesteinsböden, sonnige Lagen, Brachland, Wiesen- und Waldränder, Mauern und Wege
  • Höhenlage: bis etwa 1’500 Meter
  • Wuchshöhe: etwa 50 bis 80 Zentimeter
  • Blütezeit: Ende Juni bis September
  • Verwendeter Pflanzenteil: Blüten und Blätter
  • Besonderheit: Beim Zerquetschen der Blüten tritt ein blutroter Saft aus.

Das Echte Johanniskraut wächst aus einem weitverzweigten Wurzelstock. Im Frühjahr bilden sich mehrere harte, kahle und häufig rötlich gefärbte Stängel, die etwa 50 bis 80 Zentimeter hoch werden. Im oberen Bereich sind die Stängel verästelt und wachsen stark in die Breite.

Ein wichtiges Erkennungsmerkmal des Echten Johanniskrauts sind die zwei Längskanten der Stängel. Die ungestielten Blätter stehen gegenständig, sind länglich-oval, ganzrandig und mit feinen schwarzen Drüsenpunkten besetzt. Die goldgelben Blüten befinden sich an den Spitzen der oberen Zweige und bilden einen ausgebreiteten, trugdoldigen Blütenstand.

Die fünfzipfligen, asymmetrischen Kronblätter sind ebenfalls mit Exkretdrüsen besetzt. Beim Zerquetschen der Blüten tritt ein blutroter Saft aus, der die Finger blauviolett färbt. Die zahlreichen Staubgefässe sind in drei Bündeln angeordnet.

Achtung: Echtes Johanniskraut kann leicht mit dem giftigen Jakobskreuzkraut verwechselt werden.