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Kinder: Empathie fördern

Weichen fürs Leben stellen

Foto:123RF_D_Shironosov

Einzelkämpfer haben es schwer, besonders im Arbeitsleben. Denn gefragt sind neben fachlicher Eignung vor allem soziale Kompetenzen: Initiative ergreifen und Verantwortung übernehmen, kooperieren und Konflikte lösen. Sich einerseits behaupten können – und andererseits Beziehungen pflegen.

Niemandem sind all diese Fähigkeiten angeboren. Darum müssen sie trainiert werden. Neurowissenschaftler sprechen von Netzwerken im Gehirn, die sich beim kleinen Kind aufbauen und durch Erfahrung verstärken oder wieder verschwinden – je nachdem, ob eine Verbindung genutzt und aktiviert wird oder nicht. Bestimmte Netzwerke sind für soziales Handeln zuständig, und diese können schon früh entscheidende Weichen fürs Leben stellen: Ob ein Kind beliebt ist oder gemobbt wird, ob es gerne zur Schule geht oder eine Verhaltensstörung oder Sucht wie Rauchen entwickelt, hängt Wissenschaftlern zufolge auch mit der sozialen Entwicklung zusammen.

Eine wichtige Studie, die sich mit der psychosozialen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen befasst, heißt «COmpetence and CONtext» (COCON) und wird am Jacobs Center for Productive Youth Development an der Universität Zürich durchgeführt. Laut COCON-Befunden wirken sich Sozialverhalten und psychisches Wohlbefinden auf die Schulleistungen aus: «Sie beeinflussen beispielsweise die Fertigkeiten von Schulkindern, sich in der  Klasse zu integrieren oder sich auf Lehrinhalte zu konzentrieren», sagt Prof. Marlis Buchmann, Projektleiterin der COCON-Studie.

Auch die psychische Gesundheit werde deutlich von der sozialen Entwicklung beeinflusst. In einer Welt, in der sich Lebensbedingungen, Werte und Familienformen verändern, ist Kindererziehung trotz bester Vorsätze nicht leicht, stellt die
Schweizerische Vereinigung der Elternorganisationen fest. Es herrsche Leistungsdruck in Familie, Schule und Beruf und herkömmliche Erziehungsstile mit Gehorsam und Anpassung helfen nicht mehr weiter. Was also können Eltern tun, um ihre Kinder zu stärken?

Autorin: Gisela Dürselen 6/16

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Gesundheits-Nachrichten November 2018