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Der „weise“ Ginkgo und seine Wirkung

Weshalb einer der ältesten Bäume der Menschheit nützlicher denn je ist.


Owen Wiseman, HBSc., mit Abschluss in Naturheilkunde


31. März 2021

Die Phytotherapie unterstützt die Gesundheit der Menschen seit frühester Zeit. Archäologische Funde belegen die Verwendung von Heilpflanzen bereits vor 60.000 Jahren, während der Altsteinzeit, als unsere Vorfahren gerade mal rudimentäre Steinwerkzeuge nutzten. Der erste schriftliche Beleg wurde auf einer sumerischen Tonplatte aus Nagpur entdeckt, die vor 5.000 Jahren entstand. Enthalten waren zwölf Rezepte mit einer Kombination von über 250 Heilpflanzen, von denen viele bis heute verwendet werden.

Natürlich resistent und hochwirksam

Mit der rasanten Entwicklung moderner Technologien ist es heute viel einfacher zu belegen, warum und wie eine Heilpflanze wirkt. Und so muss man auch den Wirkmechanismus und damit die Sicherheit respektive das Risiko von Wechselwirkungen nicht mehr in Frage stellen. Betrachten wir traditionelle Medikamente wie die Blätter des Ginkgo-biloba-Baumes. Ginkgo gilt als einer der ältesten Bäume überhaupt; es gibt Exemplare, die man auf 1000 Jahre und mehr schätzt. Der Grund, warum sie so unermüdlich gedeihen, ist ihre natürliche Resistenz gegen alle Arten von Schädlingen und gegen schlechte Umweltbedingungen.

Das Ginkgo-Blatt enthält eine Vielzahl von Wirkstoffen, darunter Terpen-Ginkgolide, Flavonoide und Ginkgolsäure. Aufgrund seiner Wirkung auf die zerebralen Blutgefässe ist die Verwendung für kognitive Probleme oder Gedächtnisprobleme in Ländern wie Belgien, Dänemark, Österreich und Deutschland gut etabliert. In der von den deutschen Behörden veröffentlichten Kräutermonographie wurde festgestellt, dass Ginkgo zur Behandlung von Schwindel, gestörter arterieller und zerebraler Durchblutung und zur Stärkung des Kreislaufsystems zugelassen ist.

Neuere Monographien, darunter die des British Herbal Compendium und der European Scientific Cooperative on Phytotherapy, bestätigen diese Erkenntnisse.

Weshalb Ginkgo unser Gehirn stärkt

Klinische Daten, einschliesslich randomisierter, doppelblinder und placebokontrollierter Studien zeigen, dass Gruppen, die einen Ginkgo-Extrakt erhielten, bei objektiven Massnahmen wie dem kurzen kognitiven Leistungstest und dem neuropsychiatrischen Inventar eine signifikant bessere Leistung erbrachten. Viele dieser Studien wurden bei Patienten mit leichter bis mittelschwerer Demenz oder bei Patienten mit suboptimalem Blutfluss durchgeführt. All dies untermauert die Verwendung von Ginkgo als „Gehirnverstärker" bei der Unterstützung des Kurzzeitgedächtnisses und der Konzentration.

Die positive Wirkung könnte auf die Fähigkeit von Ginkgo zurückzuführen sein, Stickoxid zu erhöhen, was wiederum die Durchlässigkeit der Blutgefässe fördert. Die beste Wirkung erzielt die Einnahme eines Ginkgo-Extraktes Studien zufolge bei einer Verwendung über sechs Monate.

Aufgrund des Einflusses seiner Wirkstoffe auf die Blutgefässe wird häufig davor gewarnt, dass Ginkgo mit Antikoagulanzien (Gerinnungshemmern) interagieren könne. Zu standardisierten Extraken, die in Studien verwendet wurden, liegen jedoch keine eindeutigen Hinweise auf klinisch relevante Nebenwirkungen vor. Gleichwohl ist es immer ratsam, den Hausarzt zu konsultieren, wenn es um Fragen zu möglichen Nebenwirkungen geht.

Die Bevölkerung altert zunehmend – kann der Einsatz von Ginkgo da Schritt halten?
A.Vogel produziert jährlich zwischen zwei und zehn Tonnen frischen Ginkgo aus Baumschulen in ganz Deutschland, der Schweiz und Frankreich. Die frischen Blätter werden meist im August geerntet, wenn die Wirkstoffe am stärksten konzentriert sind, umgehend extrahiert und abgefüllt.

Quellen

European Medicines Agency: EMA/HMPC/321095/2012 - Assessment report on Ginkgo biloba L., folium. https://www.ema.europa.eu/en/documents/herbal-report/draft-assessment-report-ginkgo-biloba-l-folium_en.pdf, January 2014.

Major, Randolph T. "The ginkgo, the most ancient living tree: the resistance of Ginkgo biloba L. to pests accounts in part for the longevity of this species." Science 157.3794 (1967): 1270-1273.

Petrovska, Biljana Bauer. "Historical review of medicinal plants' usage." Pharmacognosy reviews 6.11 (2012): 1.

Savaskan, Egemen, et al. "Treatment effects of Ginkgo biloba extract EGb 761® on the spectrum of behavioral and psychological symptoms of dementia: meta-analysis of randomized controlled trials." International psychogeriatrics 30.3 (2018): 285-293.

Wu, Yu‐Zhou, et al. "Ginkgo biloba extract improves coronary artery circulation in patients with coronary artery disease: contribution of plasma nitric oxide and endothelin‐1." Phytotherapy Research: An International Journal Devoted to Pharmacological and Toxicological Evaluation of Natural Product Derivatives 22.6 (2008): 734-739.

Yang, Guoyan, et al. "Ginkgo biloba for mild cognitive impairment and Alzheimer's disease: a systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials." Current Topics in Medicinal Chemistry 16.5 (2016): 520-528.

 

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