Ein Gläschen Rotwein am Tag soll gut für das Herz sein, heisst es. Doch es mehren sich die Zeichen, dass Alkohol die Gesundheit nicht positiv beeinflusst. Der übermässige Genuss von Alkohol schädigt nicht nur die Leber und fördert Krebs sowie kardiovaskuläre Erkrankungen, sondern auch das Gehirn.
Die österreichische Interessengemeinschaft «W&G Wein und Gesundheit» wirbt ganz offen mit den gesundheitsfördernden Eigenschaften von Rotwein. Die Begründung: Inhaltsstoffe wie Resveratrol und andere Substanzen aus der Klasse der Polyphenole und Flavonoide, die in der Schale von Weintrauben stecken, haben einen nachgewiesenen gesundheitlichen Nutzen. Was für Traubensaft gilt, gilt also auch für Rotwein? Forscher entgegnen, dass die Studienlage uneindeutig ist. Einen Schutz vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen können bisherige Studien nicht beweisen – aber auch nicht widerlegen. Fakt ist: Alkohol ist ein Nervengift. Sollte Rotwein gut für das Herz sein, wirkt er sich trotzdem nachteilig aufs Gehirn und auf das Krebsrisiko aus.
Britische Wissenschaftler kommen in einer Studie zu dem Schluss, dass schon geringe Mengen Alkohol negative Auswirkungen auf das Gehirn haben können. Probanden, die mehr als 240 Gramm Alkohol pro Woche zu sich genommen hatten (etwa 0,4 Liter Wein pro Tag), wiesen das grösste Risiko auf, Nervenzellen im Hippocampus zu verlieren. Diese Gehirnregion steuert das Langund Kurzzeitgedächtnis, Gefühle und die räumliche Orientierung. Aber auch jene, die nur zwischen 116 und 168 Gramm Alkohol pro Woche (etwa 0,25 Liter Wein pro Tag) getrunken hatten, wiesen Anzeichen für einen Zellabbau im Hippocampus auf. Wer wiederum weniger als 56 Gramm Alkohol pro Woche konsumiert hatte, profitierte im Vergleich zu ganz abstinenten Teilnehmern nicht – einen schützenden Effekt konnten die Forscher demnach nicht messen.
Langfristige Schädigung
Wissenschaftler der Universität Miguel Hernández Elche in Alicante haben nachgewiesen, dass eine anschliessende Abstinenz alkoholbedingte Schäden nicht so einfach wieder rückgängig machen kann. Selbst nach sechs Wochen zeigte sich in der weissen Gehirnsubstanz noch keine Verbesserung, im Gegenteil: Anstatt sich zurückzubilden, schritt die Schädigung des Nervengewebes sogar noch weiter fort.
Alkohol ist eine der ältesten psychoaktiven Substanzen der Menschheit, welche das Bewusstsein, die Wahrnehmung und die Motorik beeinflusst. Das im Alkohol enthaltene Ethanol ist ein Nervengift, das, so vermuten die Forscher, für eine Entzündungsreaktion im Gehirn sorgt. Ethanol hat ein mit Opiaten und Kokain vergleichbares Abhängigkeitspotenzial.
Um darauf eine Antwort zu finden, sollte man sich anschauen, was den biologisch zertifizierten Weinbau so besonders macht. Im Gegensatz zum konventionellen Weinbau verzichten Biowinzer sowohl auf Kunstdünger als auch auf chemisch-synthetische Pestizide und Herbizide. Stattdessen werden die Rebzeilen mit Pflanzen begrünt und das Rebenwachstum mit Hilfe von Kompost und Gesteinsmehlen gefördert – Natur pur, sozusagen. So bleibt die Fruchtbarkeit des Bodens erhalten und wird sogar gesteigert
Worin unterscheiden sich alkoholfreier und alkoholreduzierter Wein?
Alkoholfreier Wein hat 0,5 Prozent oder weniger Alkoholgehalt (zum Vergleich: Bei Essig reicht die Spanne von 0,2 Volumenprozent bis zu 1,5 Volumenprozent. Besonders viel Alkohol enthält z.B. Balsamessig). Alkoholreduzierter Wein enthält zwischen 0,5 und 4 Prozent Alkoholgehalt. «Ohne Alkohol» bedeutet, dass ein Lebensmittel gar keinen, sprich 0,0 Volumenprozent Alkohol enthält.
Ist alkoholfreier Wein gesund?
Ja. Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass die gesundheitsfördernde Wirkung z.B. von Rotwein nicht durch den Alkohol bedingt ist, sondern auf den im Wein enthaltenen Flavonoiden beruht. Diese sind auch im alkoholfreien Wein weiterhin wirksam.
Dürfen alkoholkranke Personen alkoholfreie Weine trinken?
Darüber gehen die Meinungen auseinander. Der geringe Anteil Restalkohol spielt physisch keine Rolle. Gleichwohl erzeugen die Flasche und der Duft der Weine dein Eindruck, «richtigen» Wein zu trinken. Manche Personen erleben dann einen leichten Placebo-Effekt und haben den Eindruck, Alkohol zu geniessen. Das kann einen alkoholkranken Menschen verleiten, wieder zu trinken. Denn der Suchtmechanismus ist bei den meisten «trockenen» Alkoholikern lediglich stillgelegt.
Ist alkoholfreier Wein für Kinder geeignet?
Auch hier ein Ja mit Einschränkungen. Der Genuss alkoholfreien Weines ist für Kinder unbedenklich. Doch er sollte die Ausnahme bleiben, um Kinder nicht von früh an zum Konsum von Wein und Sekt anzuleiten. Besser ist es, Kindern Saft anzubieten.
Können Diabetiker ohne Bedenken alkoholfreien Wein trinken?
Davon ist abzuraten. Da die Aromen mit dem Entzug von Alkohol einen Geschmacksträger verlieren, wird dem alkoholfreien Wein etwas Traubenmost zugesetzt. Man sollte als Diabetiker folglich nur nach Absprache mit dem Arzt bzw. unter Anrechnung der Kohlenhydrate zu alkoholfreiem Wein greifen.
Wie lange hält sich alkoholfreier Wein?
Ab Abfüllung haben die Produkte eine Haltbarkeit von ca. drei Jahren. Die schäumenden Getränke aus enthalkoholisiertem Wein halten sich mit einem entsprechenden Verschluss bis zu drei Tage im Kühlschrank. Die geöffneten Weine können bis zu fünf Tage im Kühlschrank stehen.
Warum kostet alkoholfreier Wein mehr als Wein mit Alkohol?
Alkoholfreier Wein wird nicht aus Traubensaft, sondern aus vollständig vergorenen, gereiften Weinen in einem weiteren Verfahren hergestellt. Ein alkoholfreier Wein musste also eine zusätzliche Produktionsstufe durchlaufen. Zudem geht durch die Entalkoholisierung Volumen (= der Alkohol) verloren. Auch das wirkt sich preislich aus.
Quelle: Bähr Pfalztraube GmbH
Sauser ist vereinfacht gesagt eine Zwischenstufe zwischen Traubensaft bzw. Traubenmost und Wein. In Österreich heisst er Sturm, in Deutschland Federweisser bzw. Federroter. Im Gegensatz zum Traubensaft enthält Sauser einen geringen Teil Alkohol, der durch eine unvollständige Fermentation von Traubensaft mit Hefepilzen entsteht. Im Unterschied zum Wein ist die Gärung jedoch nicht so weit fortgeschritten, weshalb der Alkoholgehalt beim Verkauf eher tief ist (ca. 0.5-1.5%). Jedoch setzt sich die Gärung bei Temperaturen ab 15 Grad fort, was wiederum zur Zunahme des Alkoholgehalts beiträgt. Wird Sauser nach dem Öffnen im Kühlschrank aufbewahrt, behält das Getränk seinen Alkoholgehalt bei. Bei pasteurisiertem Sauser wird die Gärung unterbrochen.
Welche Empfehlungen für Alkohol ausgesprochen werden, ist von Land zu Land unterschiedlich. Während in der Schweiz bis zu 32 Gramm Alkohol pro Tag für einen Mann als nicht gesundheitsschädigend gelten, sind es in den USA 28 Gramm und in Deutschland 24 Gramm. Für Frauen gilt jeweils die Hälfte. Grossbritannien empfiehlt für beide Geschlechter lediglich 16 Gramm.
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