Keine Frage: Ein Schlaganfall muss schulmedizinisch behandelt werden. Bei der Prophylaxe aber kann die Naturheilkunde unterstützend mitwirken.
Text: Silke Lorenz
Entscheidend ist die Lebensweise mit allem, was dazu gehört. «In der Regel gibt es nicht nur den einen Grund, sondern es ist die Summe an Themen, die das Fass irgendwann zum Überlaufen bringen und zu einem Schlaganfall führen», sagt Sabrina Lange, Naturheilpraktikerin (TEN) in Rafz im Kanton Zürich und Vorstandsmitglied bei den Naturärzten Schweiz. Deshalb ist ihr ein ganzheitlicher, ausgewogener Therapieplan wichtig. Er umfasst die Pflanzenheilkunde, die Ernährungsanpassung, das Ausleiten von ungewünschten Stoffen, aktive oder passive Bewegung sowie die Ordnungstherapie, also die Gestaltung des (Alltags)Lebens, seiner Prioritäten und Sinnhaftigkeit.
«Ich stelle die richtigen Fragen und erörtere alles mehrmals. Ihren Weg aber müssen die Patienten dann selbst gehen», beschreibt die Naturheilpraktikerin ihre Arbeit. In der ausführlichen Anamnese am Anfang werden Ursachen wie erhöhter Blutdruck, Herzerkrankungen und Diabetes ebenso abgefragt wie Lebensstil, Stresslevel, Alkohol- und Nikotin-Verhalten als Risikofaktoren. «Daneben spielt die Konstitution eine wichtige Rolle, wie der Körper reguliert und an welchen Stellen er dazu tendiert, ins Ungleichgewicht zu geraten.»

Sowohl die Zubereitungsform (z.B. Urtinktur) als auch die körperliche Statur sind ausschlaggebend für die Dosierung, die sich auf keinen Fall pauschalisieren lässt. «Der Patient muss individuell dort abgeholt werden, wo er aktuell steht, um einen wiederholten Schlaganfall zu vermeiden», betont Sabrina Lange. Sie greift im Folgenden aus der Fülle der Möglichkeiten einige Pflanzen gezielt heraus:
Sind z.B. hohe Blutfettwerte der Ursprung des Schlaganfalls, kann die Artischocke in Form von drei bis fünf Tropfen einer Urtinktur dreimal täglich den Fettstoffwechsel unterstützen. Gerade durch ihre Bitterstoffe wirkt sie positiv auf Leber und Galle.
Ist Diabetes das Thema, liegt der Fokus vermehrt auf der Bauchspeicheldrüse und den entsprechenden Enzymen. Ein Tee aus Schafgarbe, für den man Blätter, Stil und Blüte verwendet, fördert die Verdauung. Auch Leber und Bauchspeicheldrüse profitieren davon. Schafgarbe eignet sich auch hervorragend für einen Leberwickel.
Werden die Nieren durch Stress/Bluthochdruck belastet, stärkt die Echte Goldrute das Ausscheidungsorgan. Die Kardinalpflanze für die Nieren kann man als Tee oder Frischpflanzensaft zu sich nehmen. Oder man macht einen warmen, dreilagigen Wickel mit Goldrute-Auflage, der auf die Nierengegend gelegt wird. Sobald die Wärme nachlässt, muss der Wickel abgenommen werden. (Andernfalls zieht er die Wärme aus dem Gewebe.)
Bei erhöhtem Blutdruck kommt die Mistel zum Einsatz. Um den Blutfluss zu optimieren, können bestimmte Therapien helfen, etwa der Aderlass oder das blutige Schröpfen (nicht in jedem Kanton zugelassen). Blut spenden sei auch eine Möglichkeit.
Der schwierigste Part ist die Ernährung. Gewohnheiten zu ändern, die über viele Jahre entstanden sind, ist nicht einfach – aber in kleinen, verträglichen Schritten machbar. Generell sollte man auf hitzefördernde Lebensmittel wie frittiertes oder scharfes Essen verzichten bzw. sie reduzieren.
Sabrina Langes Tipp: Sich fünf Tage basisch ernähren, zwei Tage herkömmlich essen. So falle der Verzicht leichter. Grundsätzlich gibt die Ursache des Schlaganfalls die Richtung vor: Patienten mit hohen Blutfettwerten sollten der Therapeutin zufolge vermehrt zu Bitterstoffen und Omega-3-Fettsäuren greifen, notfalls als Nahrungsergänzungsmittel. Wenig tierisches Fett, reduzierter Alkohol- und Zuckerkonsum entlasten die Leber. Wer einen hohen Blutdruck hat, sollte den Fokus auf Gemüse legen, dagegen Fertigprodukte und Wurstwaren meiden, da diese viel Salz enthalten.
Diabetes-Patienten empfiehlt Lange eine ballaststoffreiche Ernährung (Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Nüsse, Kohlarten, Äpfel) statt kurzkettiger Kohlenhydrate (Süssigkeiten, Backwaren, Milchprodukte). Ganz wichtig für alle: ausreichend Flüssigkeit (Wassser) zu sich nehmen.

Zutaten (in Bioqualität):
Zubereitung:
Zitronen gut waschen, vierteln und mit der Schale in den Mixer geben. Den Knoblauch schälen und mit den anderen Zutaten ebenfalls in den Mixer geben. Ein Glas Wasser hinzufügen, alles zu einer Paste pürieren. Diese mit dem restlichen Wasser in einem Topf kurz erhitzen, 70 Grad Celsius reichen. Den Sud abkühlen lassen, durch ein Sieb filtern, in Flaschen abfüllen und im Kühlschrank aufbewahren.
Anwendung der Kur:
Täglich 25 ml des Suds nach dem Mittag- oder Abendessen trinken. Die Kur sollte 30 Tage dauern, zweimal jährlich empfehlenswert. Nicht geeignet für Schwangere oder stillende Mütter.
Bei gleichzeitiger Einnahme von Medikamenten erst nach Rücksprache mit dem Arzt!