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Energydrinks: Belastung für Herz und Gehirn

Mediziner der Universität Freiburg (Schweiz) kommen in einer Studie zu dem Schluss, dass der Energydrink «Red Bull» nicht nur das Herz belastet, sondern auch die Blutversorgung des Gehirns beeinträchtigt.

Autor: Tino Richter

Energydrinks "beleben" nicht

Die Forscher liessen gesunde Menschen im Alter von 20 bis 31 Jahren entweder eine 355-Milliliter-Dose «Red Bull» oder Wasser trinken. Nach dem Konsum des Energy Drinks stiegen Blutdruck und Puls an und blieben mehrere Stunden lang erhöht. Die Wissenschaftler stellten jedoch auch fest, dass das Getränk in der grössten der drei Hirnarterien den Widerstand steigerte und die Fliessgeschwindigkeit des Blutes abnahm. Dadurch könnte sich der Blutfluss ins Gehirn um rund zehn Prozent verringern. Die Behauptung, dass das Getränk «Geist und Körper belebt» ist deshalb falsch.

Eine Folgestudie kam zu dem Ergebnis, dass die Teilnehmer beim Kopfrechnen nicht besser abschnitten als Personen, die Wasser getrunken hatten. Die anregenden Effekte sind mit der Wirkung einer Tasse Kaffee vergleichbar und dürften ausschliesslich auf das Koffein zurückgehen, erklärten die Forscher.

Energy Drinks enthalten vor allem Zucker

Zwar sind Energy Drinks wie «Red Bull» nicht prinzipiell gesundheitsschädlich, angesichts des stetig steigenden Konsums bei Jugendlichen und dem sehr hohen Zuckergehalt (drei bis vier Würfelzucker) sollten sie aber höchstens in kleinen Mengen konsumiert werden.

80 mg Koffein
30 g Zucker


stecken durchschnittlich in einer 250-ml-Dose eines Energy Drinks

Bei Jugendlichen besteht zudem die Gefahr einer Überdosierung, was zu einer Koffeinvergiftung mit Symptomen wie Nervosität, Unruhe, Zittern, Schlaflosigkeit oder Herzrasen führen kann. Ärzte empfehlen, nicht mehr als 300 Milligramm Koffein (rund drei Tassen Kaffee) täglich zu sich zu nehmen, Jugendliche sollten sich auf 100 Milligramm pro Tag beschränken. Eine Dose Red Bull enthält bereits 80 Milligramm. Da auch Schokolade, Kakao oder Soft- und Lightgetränke Koffein in geringeren Mengen enthalten, wird vermutet, dass Jugendliche die empfohlene Koffeinmenge schnell überschreiten.

Auch kein Sportgetränk

Energy Drinks als Sportgetränke zu verwenden ist ebenfalls nicht zu empfehlen. Getränke während der sportlichen Betätigung sollten idealerweise einen Kohlenhydratgehalt von rund 6 bis 8 % aufweisen. Energy Drinks enthalten wie Süssgetränke rund 11 bis 12 %. Hinzu kommt, dass Koffein sowie die Kohlensäure nicht von allen gleich gut vertragen werden. Salz wie im Minerlawasser wäre hier die bessere Alternative.

Übrigens: Spanische und deutsche Wissenschaftler konnten zeigen, dass industriegeförderte Studien fünfmal seltener einen Zusammenhang zwischen dem Körpergewicht und dem Konsum zuckerhaltiger Getränke feststellten als andere. Gab es keine Verbindung zum Finanzgeber, kamen über 80 Prozent zum gegenteiligen Ergebnis.

Energyrink Sport

Frühe Pubertät durch Süssgetränke?

Wer die Energy Drinks zudem noch gesüsst zu sich nimmt, läuft nicht nur Gefahr, schlechte Zähne zu bekommen. Zumindest bei Mädchen können Süssgetränke das Einsetzen der Pubertät beschleunigen. Mädchen bekommen ihre erste Menstruation heute drei bis vier Jahre früher als noch im 19. Jahrhundert, durchschnittlich bereits mit 12,5 Jahren.

Warum die Pubertät früher einsetzt, ist noch nicht vollständig erforscht. Als eine Ursache gilt mit hoher Wahrscheinlichkeit die Ernährung. Da das weibliche Geschlechtshormon Östrogen auch im Körperfett hergestellt wird, könnten Fettpölsterchen und Übergewicht den Beginn der Pubertät beschleunigen. Ein Nebeneffekt dabei: Gezuckerte Getränke beeinflussen den Hormonhaushalt junger Mädchen und beschleunigen den Beginn ihrer Pubertät noch weiter, wie eine Studie von Forschern der Harvard Medical School in Boston zeigt.

Bereits eineinhalb Gläser Limonade täglich reichen aus, um die erste Menstruation von Mädchen um fast drei Monate nach vorne zu verschieben. Das klingt wenig, kann sich aber auf das spätere Brustkrebsrisiko auswirken, warnen die Forscher. Je früher die Menstruation eintritt, desto höher ist das Brustkrebsrisiko. Keinen Einfluss hatten dagegen Fruchtsäfte mit natürlicher Süsse oder Diät-Drinks.

Quellen: nzz.ch/ UGB / Stiftung Warentest / fitforlife.ch und PLOS MEDICINE; 10 (12) 2013

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