Feigen: Köstlich und Nahrhaft

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Es gibt Früchte, die sind mehr als nur Obst. Bestes Beispiel: die Feige. Der Baum, Ficus carica gehört zu den Maulbeergewächsen und ist eine der ältesten Nahrungs- und Nutzpflanzen der Menschen.

Seine Blätter bedecken Adam und Eva in der biblischen Geschichte von der Vertreibung aus dem Paradies. Im Ägypten der Pharaonen wurden Feigen als Heilmittel gepriesen. In der Antike galten sie neben Brot, Käse, Zwiebeln und Wein als eines der wichtigsten Nahrungsmittel. Bis heute sind Feigen, in getrockneter Form, für Wüstennomaden eine kostbare Stärkung.

Text: Andrea Pauli, 9.17

Feigenbaum

Der Ursprung des Feigenbaums wird in Kleinasien vermutet. Wild kommt die Echte Feige heute vom Mittelmeerraum bis Indien vor, wird aber auch in anderen tropischen und subtroischen Gegenden kultiviert. In den wärmeren Weinbauregionen Deutschlands und der Schweiz gedeihen Feigenbäume ebenfalls.

Rund ums Mittelmeer erfreut man sich zweier Erntezeiten: im Juni und Juli lassen sich die grossen, saftigen Sommerfeigen ernten; im September werden die kleineren, süssen Herbstfeigen gepflückt, die sich hervorragend zum Trocknen eignen. Ob flachgedrückt-rund, oval oder birnenförmig, dunkellila wie eine Aubergine, grün-braun oder dunkelrot aussen, bernstein- bis erdbeerfarben innen: die Feigen-Optik variiert in Schale wie in Fruchtfleisch. Charakteristisch sind die gelben Samenkörner, die das Fruchtfleisch durchsetzen.

Wer einen Feigenbaum im heimischen Garten kultivieren möchte, sollte auf einen geschützten Platz am Haus oder einer Gartenmauer achten. Ein Standort mit viel Sonne in Sommer und Herbst erhöht die Ernte. Hierzulande reift in der Regel nur eine Serie Früchte aus. Feigen wenig schneiden, denn sie bilden ihre Früchte an den Endknospen. Achtung: Fallen die Temperaturen im Winter unter -15 Grad, ist die Ernte fürs kommende Jahr dahin. Alternative: Feigenbäume in Gefässe pflanzen und frostfrei im Keller überwintern.

Vitamine und Mineralstoffe – und wenig Kalorien

Frisch schmecken Feigen am besten. Wobei die Früchte ausgesprochen verletzlich und bei Raumtemperatur nur beschränkt haltbar sind (im Kühlschrank ein bis zwei Tage). Was wir da verspeisen, sind übrigens Scheinfrüchte – gegessen werden verborgene Blüten und Samen. Essbar ist die gesamte Frucht inklusive Schale; man sollte sie allerdings sorgsam waschen und idealerweise nur ungespritzte Bioware verzehren. Mit 80 Prozent Wasseranteil braucht man sich in punkto Kalorien bei frischen Feigen keine Gedanken zu machen. Ein wahres Gesundpaket sind sie dennoch, denn sie enthalten eine Menge Vitamine und Mineralstoffe, aber kaum Fett. Feigen gelten als eines der basenbildendsten Lebensmittel.

Mehr Nährstoffe in getrockneten Feigen

Durchs Trocknen verlieren Feigen ihre Flüssigkeit und gewinnen im Gegenzug an Nährstoffen. Sie enthalten aufgrund des hohen Fruchtzuckeranteils nun mehr Kohlenhydrate und liefern mehr Kalorien als frische Ware. Ein wahrer Segen sind getrocknete Feigen für die Verdauung: abends einige davon mit Wasser bedecken, über Nacht stehen lassen und morgens nüchtern inklusive des Einweichwassers verzehren.

Getrocknete Feigen

Die vielen kleinen Kerne liefern wichtige Ballaststoffe für den Darm. Ihr hoher schleimbildender Gehalt macht Feigen zu einem milden Abführmittel. Von dem weisslichen Belag, der getrocknete Feigen überzieht, sollte man sich beim Kauf nicht abschrecken lassen: Das ist fruchteigener, kristallisierter Zucker, der aussen ansetzt. Wichtig ist der Blick auf die Verpackung: Getrocknete Feigen sind häufig begast oder geschwefelt; man sollte jedoch unbehandelte Ware vorziehen.

Frische Feigen lassen sich in der kalten und warmen Küche gut verwenden, ob als Clou im Salat, kombiniert mit Ziegenkäse oder eingelegt in Rotwein. Wer die Schale nicht mag oder verträgt, kann Feigen aufgeschnitten einfach auslöffeln. Trockenfeigen wie auch anderes Trockenobst eignen sich als Snack zwischendurch (besonders für Sportler) und sind kleingeschnitten eine köstliche Zutat im Müsli, beim Kuchen- oder Brotbacken.

Nährwerte und Inhaltsstoffe


Frische Feigen, 62 kcal/100g
80% Wasser
13% Kohlehydrate
4% Ballaststoffe
1,3% Protein
0.5% Fett
0,7 g Mineralstoffe, v.a. Kalium, Magnesium, Phosphor, Eisen
zudem elf Vitamine (u.a. A, B1- B9, C, E, K)

 

Getrocknete Feigen, 274 kcal/100g
23% Wasser
dreifach höherer Gehalt an Vitamin A und B-Gruppe
höherer Gehalt an Kohlenhydraten, Protein, Fett und Mineralstoffen

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