Rund ein Drittel der Schweizer Bevölkerung leidet unter Schlafstörungen – ein Trend, der in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich zugenommen hat. Aber auch weltweit wird immer schlechter geschlafen. Das hat viele Gründe, u.a. Klimaveränderungen. Entscheidend ist Wissenschaftlern zufolge aber auch unser Lebensstil, der uns allerhand Schlafprobleme bereitet.
Rund ein Drittel der Schweizer Bevölkerung hat Schlafprobleme. Mehr als zehn Prozent der Betroffenen leiden an behandlungsbedürftigen Ein- und Durchschlafstörungen. Gesundheitsbefragungen auf nationaler wie auf internationaler Ebene kommen zum gleichen Schluss: Wir stehen vor einem Schlafdilemma. Biologisch gesehen, sind Menschen bereit, ein Drittel ihres Lebens zu schlafen. Schlaf spielt eine immens wichtige Rolle für unsere physische wie psychische Gesundheit. Schlafmangel kann folglich ernsthafte Gesundheitsprobleme nach sich ziehen. Besorgniserregend finden Forschende die weltweit beobachtete verlängerte Wachzeit – der Schlaf ist damit weniger tief und effizient. Die Ursachen für das globale Schlafdefizit sind vielfältig. Klimaveränderungen und Lebensstandard spielen ebenso eine Rolle wie unsere Lebensführung inklusive Schichtarbeit, schlechter Schlafhygiene und Stress. Natürlich ist auch das Alter ein nicht zu unterschätzender Faktor; ältere Menschen klagen besonders häufig über Probleme, einoder durchzuschlafen.
Ein grosser Teil der Weltbevölkerung indes gewährt sich selbst nicht genügend Schlaf, konstatiert der britische Schlafphysiologe Dr. Guy Meadows. Der Grund: Die Leute entscheiden sich aufgrund von Lebenswandel und Gewohnheiten dafür, nicht genug zu schlafen («insufficient sleep syndrome»). Das (Privat-)Leben sei sehr viel unterhaltungslastiger geworden: «Die moderne Technologie manipuliert uns sogar aktiv, immer mehr zu wollen (...) Die Möglichkeit des Schlafens konkurriert heute mit vielen anderen Dingen», gab Dr. Meadwos in einem Interview mit der Zeitschrift «WirtschaftsWoche» zu bedenken. Wir haben es folglich zu einem guten Teil auch selbst in der Hand, uns den Schlaf zu holen, den unser Körper braucht. Denn Schlaf ist niemals Zeitverschwendung – er hält uns gesund und leistungsfähig und ist überlebensnotwendig.

Jugendliche brauchen mehr Schlaf als Erwachsene – gleichzeitig verschiebt sich in der Pubertät ihre innere Uhr nach hinten. Doch frühe Schulzeiten und intensive Mediennutzung verhindern oft ausreichend Schlaf. Die Folgen: Konzentrationsprobleme, Stimmungsschwankungen und langfristige gesundheitliche Risiken.
Statistisch gesehen berichten Frauen deutlich häufiger über Schlafprobleme als Männer. Besonders ausgeprägt ist dies in Lebensphasen mit hormonellen Veränderungen – etwa während der Menstruation, in Schwangerschaft und Wechseljahren. Auch die psychische Belastung durch Mehrfachbelastung (Familie, Beruf, Care-Arbeit) kann den Schlaf beeinträchtigen.
Unzufriedenheit am Arbeitsplatz – sei es durch Überlastung, Konflikte oder fehlende Anerkennung – wirkt sich messbar auf den Schlaf aus. Einschlafstörungen, nächtliches Grübeln und Durchschlafprobleme treten dabei besonders häufig auf. Erholsamer Schlaf wird so zur Ausnahme – mit Folgen für Leistungsfähigkeit und Gesundheit.

Menschen, die im Schicht- oder Nachtdienst arbeiten, leiden besonders häufig unter Schlafproblemen. Der ständig wechselnde Rhythmus stört die innere Uhr, reduziert die Schlafqualität und kann langfristig zu körperlicher und seelischer Erschöpfung führen. Auch die Erholungsfähigkeit sinkt deutlich.
Magnesium trägt zur normalen Funktion des Nervensystems und normalen psychischen Funktion bei.
Mit dem Alter nimmt der Anteil an Tiefschlaf ab, das nächtliche Erwachen wird häufiger. Chronische Schmerzen, innere Unruhe oder medizinische Beschwerden verstärken diesen Effekt. Besonders problematisch: Bei älteren Menschen kann schlechter Schlaf zu kognitiven Einschränkungen und erhöhter Sturzgefahr führen.
Schmerz und Schlaf stehen in enger Wechselwirkung. Menschen mit akuten oder chronischen Schmerzen – z. B. durch Rückenprobleme, Arthrose oder Verspannungen – schlafen oft schlechter. Umgekehrt verschärft Schlafmangel das Schmerzempfinden, wodurch ein belastender Kreislauf entsteht.
Ob durch biologische Rhythmen, körperliche Beschwerden, psychische Belastungen oder soziale Umstände – Schlafprobleme sind ein komplexes, weit verbreitetes Phänomen. Besonders Frauen, junge Menschen, ältere Erwachsene und beruflich Belastete sind betroffen. Wer langfristig schlecht schläft, riskiert nicht nur Müdigkeit, sondern auch ernsthafte gesundheitliche Einschränkungen.