
Der Schlaf ist Waschmaschine und Hauswart unseres Gehirns.
Während des Schlafs konsolidiert sich unser Gedächtnis; kurzfristige Erinnerungen wandeln sich in langfristige um. Neuronale Verbindungen reorganisieren sich; das trägt zur Festigung gelernter Informationen bei. Wichtig dafür sind u.a. die Tiefschlafwellen.
Im Schlaf wird das glymphatische System aktiviert, eine Art Reinigungsmechanismus, der Abfallprodukte des Stoffwechsels aus dem Gehirn entfernt. Dabei erweitern sich die Zellzwischenräume in unserem Gehirn und es wird u.a. das Protein Beta-Amyloid ausgeschwemmt. (Dieses ist vermutlich dafür verantwortlich, dass Nervenzellen absterben, was zum Verlust der Gedächtnisfunktion führen und Demenz verursachen kann.) Dieser Prozess findet vor allem im Tiefschlaf statt.
Schlaf reguliert auch die Aktivität der als Synapsen bezeichneten Nervenzellverbindungen. Die meisten werden geschwächt oder ganz abgebaut, nur wichtige bleiben bestehen bzw. werden gestärkt. So wird Platz im Gehirn geschaffen, wodurch es lernfähig bleibt. Auch bei diesem Prozess spielen die Tiefschlafwellen eine wichtige Rolle.

Ausreichend Schlaf stärkt das Immunsystem. Wie? Da während des Schlafs im Körper bestimmte Prozesse auf Sparflamme laufen (z.B. Atmung), steht Energie bereit, um die Abwehr zu trainieren. Während einer Entzündung z.B. werden in der Nacht mehr Zytokine produziert. So sorgt das Immunsystem im Schlaf für Heilung.
Während wir selig schlummern, nutzt unser Körper die Ruhe für wichtige Verdauungsvorgänge und für die Stabilisierung des Fetthaushaltes. Vermehrt wird jetzt das Sättigungshormon Leptin ausgeschüttet. Dieses und die Schilddrüsenhormone holen sich ihre Energie u.a. aus den Fettdepots. Auch der hohe Anteil des Schlafhormons Melatonin in der Nacht nimmt Einfluss auf den Stoffwechsel. Genügend Schlaf wirkt sich positiv auf die Wiederherstellung der Insulinempfindlichkeit aus.

Mikrobakterien in unserem Darm spielen eine bedeutende Rolle bei der Regulierung von Gehirn und Verhalten. Darmbakterien stehen auch mit dem Schlaf in Verbindung und können ihn beeinflussen. Bei verschiedenen Schlafstörungen hat man Veränderungen der Darmbakterien beobachtet.

Im Tiefschlaf kommt das Herz zur Ruhe. Herzrate und Blutdruck sind reduziert, das autonome Nervensystem darf sich erholen. Gut zu wissen: Ein gestörter Schlaf kann Bluthochdruck verursachen. Daher wurden Schlafstörungen nun als neuer Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen in die Hypertonie-Leitlinie der europäischen Gesellschaft für Bluthochdruck aufgenommen.
Unser Körper schüttet besonders im Tiefschlaf Wachstumshormone aus. Diese unterstützen bei der Regeneration von Knochen, Muskeln, Haut, Haaren und inneren Organen.
Magnesium trägt zur normalen Funktion des Nervensystems und normalen psychischen Funktion bei.