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Innerer Frühjahrsputz:
So machen Sie es richtig!

Alles über Entschlackung, Entgiftung & Co.


Detoxing, das aus Hollywood herübergekommene Modewort, bedeutet entgiften. Detox-Kuren sind gerade im Frühjahr in vieler Munde. Nimmt man den Begriff Entgiftungskur nicht allzu ernst, ersetzt ihn vielleicht durch Verschnaufpause oder Erholungsphase für die körpereigenen Entgiftungsorgane, so hat Detoxing durchaus vernünftige und positive Aspekte.


Vielen Menschen gefällt der Gedanke, eine innerliche Entrümpelung, eine Grundreinigung des Körperinneren vornehmen zu können. Daher hat die Detox-Welle weite Verbreitung gefunden. Im Einklang mit vielen Naturheiltherapeuten beteuern die Befürworter der Detox-Kuren, man könne den Körper entgiften, die Folgen schlechter Ernährung und schädlicher Umwelteinflüsse ausradieren. Mit mehr oder weniger langen, mehr oder weniger radikalen Kuren soll alter Ballast abgeworfen werden, um mit sich selbst ins Reine zu kommen. 

Autorin: Ingrid Zehnder (3.13)

Fasten und Detoxing


Der Arzt und Erfinder des Heilfastens, Dr. Otto Buchinger (1878 – 1966), war der Erste, der den Begriff Entschlackung in Anlehnung an die Reinigung von Verbrennungsrückständen in Hochöfen oder Feuerkesseln von Dampflokomotiven verwendete.

Was genau damit gemeint ist, von welchen Stoffen der Körper gereinigt wird, ist nie präzise definiert worden. «Heute wissen wir, dass es … nur bedingt möglich ist, schädliche Stoffe auszuleiten», so die Ärztegesellschaft für Heilfasten und Ernährung e.V. in einem aktuellen Statement.

Beim Fasten unterscheidet man das therapeutische Fasten in einer Klinik (z.B. bei Fettleibigkeit, rheumatischen und allergischen Erkrankungen) und das einwöchige Fasten für Gesunde. Beides soll letztlich zu einer gesünderen Lebensweise hinführen.

Die meisten Detox-Kuren sind keine Fastenkuren: Sie legen nicht in erster Linie Wert auf die Fettverbrennung, eine Darmreinigung ist nicht zwingend notwendig und auf feste Nahrung muss nicht ganz verzichtet werden. Gemeinsam ist beiden jedoch der (zeitweise) Verzicht auf Genussmittel.

Was beim Fasten die Entschlackung, soll beim Detoxing die Entgiftung sein. Es wird postuliert, man gönne dem Organismus «eine Tiefenreinigung … von giftigen Substanzen» aus Umwelt, Nahrung und Genussmitteln wie Schwermetalle, Pestizide, Nikotin, Alkohol, Geschmacksverstärker, Farb- und Konservierungsstoffe.


Ist Entgiftung wirklich möglich?


In der Schulmedizin beschreibt der Begriff Entgiftung die Entwöhnung von Drogen- und Tablettenabhängigen von ihrer Sucht. In der Alternativmedizin versteht man darunter die Säuberung von Körpergiften. Eine der bekanntesten Massnahmen ist die Darmreinigung durch Spülungen oder abführende Mittel – die Entschlackungs- und Entgiftungstherapie par excellence. Manche Anbieter von Darmreinigungen malen ein düsteres Bild unseres Körperinneren. Da ist die Rede von einem «vollkommen verunreinigten Organismus» und von kiloweise «Abfall, der im Darm für Wochen, Monate oder sogar Jahre verrottet».

Logisch, dass man da das Vertrauen in den Schöpfer oder die Natur verlieren kann und den «Ölwechsel» im wahrsten Sinne des Wortes in Kauf nimmt. Dabei machen bei gesunden Menschen die Entgiftungsorgane unseres Körpers wie Leber, Nieren, Darm, Lunge, Haut und auch das Lymphsystem einen optimalen Job. Edzard Ernst, Professor für Komplementärmedizin an der Universität Exeter, meint: «Verbesserungen sind nicht nötig und können von Detox-Therapien auch nicht geleistet werden», denn die verschiedenen Organe funktionieren äusserst effektiv – es sei denn, jemand ist ernsthaft krank. Prof. Colin Berry, Pathologe an der Uni London, resümiert das Ergebnis der eingangs erwähnten Detox-Produkte-Untersuchung der gemeinnützigen Stiftung «Sense about Science» folgendermassen:

«Es ist ganz leicht zu entgiften: Lassen Sie einfach Ihren Körper die grossartigen Systeme nutzen, die er über Tausende von Jahren entwickelt hat, um alles loszuwerden, was Sie krank macht.»


Die guten Detox-Seiten

 

Nimmt man den Begriff Entgiftungskur nicht allzu ernst, ersetzt ihn vielleicht durch Verschnaufpause oder Erholungsphase für die körpereigenen Entgiftungsorgane, hat Detoxing durchaus vernünftige und positive Aspekte. Die wichtigsten Vorgaben und Grundregeln sind:

  • Verzicht auf Kaffee, Alkohol, Zigaretten, Schokolade, Snacks, Süssigkeiten und Süssstoffe, Fertiggerichte, Fleisch und Wurst, gehärtete Fette, Milch und Käse.
  • Viel Wasser, Kräutertees und frische Fruchtsäfte trinken, möglichst zwei bis zweieinhalb Liter pro Tag.
  • Essen Sie sparsam, bevorzugen Sie Obst und Gemüse, das selbstverständlich ausschliesslich aus biologischem Anbau sein sollte.
  • Bewegung und ausreichender Schlaf sind unerlässlich.
  • Keine Detox-Kur machen sollten Essgestörte, Schwangere und Stillende, chronisch Kranke nur nach Rücksprache mit der Ärztin.

 

So kuren Sie richtig


Das Ziel ist nicht, Gewicht zu verlieren – obwohl je nach Kurdauer das eine oder andere Gramm bzw. Pfund auf der Strecke bleiben kann – nein, in erster Linie gilt es, dem Organismus eine Atempause zu verschaffen.

  • Vermeiden Sie alle Faktoren wie Stress, schlechte Ernährungsgewohnheiten und mangelnde Bewegung, die einer Belastung des Stoffwechsels Vorschub leisten und letztlich zu einer Schwächung der Immunabwehr führen.
  • Die optimale Kurdauer sollte zwischen fünf und fünfzehn Tagen liegen, doch tun auch schon zwei Tage am Wochenende oder ein wöchentlicher Entlastungstag über eine längere Zeit gut.
  • Drei Mahlzeiten pro Tag sind erlaubt. Die Speisen bestehen vorwiegend aus biologischer Rohkost.

Trinken, trinken, trinken


Wer viel Wasser trinkt, ist grundsätzlich auf dem richtigen Weg. Denn Wasser hilft den Nieren, Giftstoffe aus dem Körper zu schwemmen. Beginnen sollte man den Tag mit einem Glas Wasser mit fermentiertem Molkekonzentrat oder mit einem Glas warmem Zitronenwasser. Über den Tag verteilt bleibt man beim (stillen) Wasser und bei ungesüssten Tees (z.B. Ingwer, Löwenzahn, Brennnessel, grüner Tee, Mate).

Kuren mit Bio-Obst und -Gemüse

 

Sämige Smoothies sind sättigend und ein grosses Glas (200 ml) gilt als eine Mahlzeit (Frühstück). Diese nahrhaften Getränke bestehen aus ganzen, rohen Saison-Früchten/Gemüsen. Nur die Fruchtkerne und dicke Schalen werden vor dem Zerkleinern in einem leistungsfähigen Mixgerät entfernt. So enthalten sie, im Gegensatz zu gepressten Säften, das ganze Spektrum an Inhaltsstoffen. Man mixt etwa einen Apfel mit etwas Zitronensaft oder Erdbeeren und Banane oder Apfel, Mango und Orange oder Gurke mit Avocado oder rote Paprika mit Karotte, Basilikum und einigen Baumnüssen. Als Flüssigkeitszugabe nimmt man Wasser oder Kokoswasser.

Erlaubt ist zur Abwechslung auch ein Sojajoghurt mit Früchten der Saison, einigen Datteln, geriebenen Mandeln und Granatapfelkernen. Zum Mittag- oder Abendessen können gemischte Salate nach Wunsch möglichst vielfältig kombiniert werden: Blattsalat, Brunnenkresse, Blattspinat, Rote Bete, Karotten, Avocado, Sprossen, Brokkoli, Gurken, Tomaten, Rettich, Radieschen, Fenchel, Chicorée, Champignons, Staudensellerie, gedämpfte Spargel versorgen mit den nötigen Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Gewürzt wird mit fermentiertem Molkekonzentrat (ersatzweise Zitronensaft), einem guten Öl (Oliven-, Rapsöl), Kräutersalz Herbamare und – je nach Wahl oder Geschmack – Zwiebeln, Knoblauch, Meerrettich, frischen saisonalen Kräutern, Sonnenblumen- und Pinienkernen, Leinsamen, Sesam oder gehackten Nüssen.

Wichtig: Immer gut kauen, jeden Bissen 10- bis 15-mal, denn die Enzyme aus dem Speichel helfen Magen und Darm. Wer auf warme Mahlzeiten gar nicht verzichten will, bereitet sich eine hausgemachte Gemüsesuppe.

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